Erneuerbare Energien Factsheet Deutschland

Status des Ausbaus, Bundesländer-Ranking und Zustimmung in der Bevölkerung

Karte: installierte Leistung Erneuerbare Energien in Deustchland
Biomasse, Deutschland, Erneuerbare Energien, Ökostrom, Photovoltaik, Windenergie

2014 jährte sich der Tag der erneuerbaren Energien zum 20. Mal. Diesen Tag nehmen Energiewirtschaft und Technologie-Hersteller traditionell als Anlass, Möglichkeiten und Perspektiven der Energieversorgung auf der Basis regenerativer Ressourcen zu präsentieren.

Zur wichtigsten Energiequelle in nur 20 Jahren

Ein Wachstum von 6 auf 26% in 20 Jahren ist eine gute Bilanz für die erneuerbaren Energien. Damit wurden sie 2014 zur wichtigsten Energiequelle im deutschen Strommix. In 10 Jahren, so will es der Ausbauplan, sollen sie mindestens 40% unseres Strombedarfs decken.

Seit ’95 ist viel passiert: Die jungen Technologien haben sich erfolgreich bewährt. Windenergie, Biomasse und Photovoltaik haben stark an Bedeutung gewonnen. Zusammen mit der Wasserkraft produzierten Sie im vergangenen Jahr 160 Milliarden Kilowattstunden, was dem Stromverbrauch aller deutschen Privathaushalte entspricht.

Die Deutschen stehen hinter den Erneuerbaren

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat im Oktober 2014 herausgefunden, dass 92% der Deutschen den verstärkten Ausbau und die Nutzung der alternativen Quellen für wichtig halten. Sie verbinden damit Klimaschutz und einen Beitrag zur Generationsgerechtigkeit. Laut einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers können sich 65% der Deutschen vorstellen, selbst Strom zu produzieren, 3% tun es bereits.

Im Ranking der Bundesländer mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liegt Brandenburg mit 76% an der Spitze dicht gefolgt von Schleswig-Holstein (66%) und Mecklenburg-Vorpommern (62%). Dieses Ranking wird von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie auf Basis der Daten der Bundesnetzagentur ermittelt.

English Version: Renewable Energy in Germany

Akzeptanz von Kraftwerken in der Nachbarschaft

Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien

Statistik Zustimmung erneuerbare Energien in Deutschland - Ökostrom
Deutschland, Energiewende, Erneuerbare Energien, Ökostrom, Stromerzeugung 2014

Laut einer TNS Emnid-Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) steht die Mehrheit der Deutschen regenerativen Erzeugungsanlagen auch im eigenen Wohnumfeld positiv gegenüber. Mehr als zwei Drittel der Befragten finden Solar- und Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft gut oder sehr gut. Haben die Befragten bereits Vorerfahrungen mit entsprechenden Anlagen in ihrer Nachbarschaft gemacht, steigt die Akzeptanz laut AEE. Bei den Solarparks erhöht sich die Zustimmung von 72 auf 83%, bei Windkraft von 61 auf 74% und bei Biogas von 39 auf 49%.

Im Gegensatz dazu ist die Akzeptanz gegenüber fossilen und atomaren Kraftwerken deutlich geringer. Aber auch hier steigt die Zahl der Befürworter mit dem Erfahrungswert. Bei Gaskraftwerken erhöht sich die Akzeptanz von 27 auf 35%, bei Kernkraft von 5 auf 9%. Haben die Befragten bereits Vorerfahrungen mit Kohlekraft steigt die Zustimmung sogar von 11 auf 38%.

Im Jahr 2012 befürworteten laut TNS Emnid noch 77% der Befragten (ohne Vorerfahrung) den Bau eines Solarparks im direkten Umfeld. Die Umfragewerte für Windkraftanlagen zeigen keine Veränderung, Biogas steigt um 3%. Kohlekraft hat im Vergleich zu 2012 seine gesellschaftliche Zustimmung um 3% erhöht. Atomkraft legt 2%punkte zu und erreicht so den Akzeptanzwert von 2010 - dem Jahr vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima.

English version: A power plant in your neighborhood?

Kosten von Atomunfällen weltweit

Die größten Reaktorunfälle und die verursachten Schäden in US Dollar

Schäden schwerste Atomunfälle weltweit, Super GAU Fukushima und Atomunfall Tschernobyl
Atomenergie, Atomkraft, Atomunfall, Fukushima, Kosten, Tschernobyl

Die bisher größten Reaktorunfälle in Atomkraftwerken waren die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 und der Super-GAU von Fukushima am 11. März 2011. Neben diesen Vorfällen gibt es weitere Unglücke, die erhebliche Umwelt- und Gesundheitsschäden, aber auch hohe volkswirtschaftliche Schäden verursacht haben ist. Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl kostete bislang etwa 200 Milliarden US-Dollar. Im Fall Fukushima gehen die Berechnungen bislang von Kosten in Höhe von 260 Milliarden Dollar aus. Es ist derzeit nicht abzuschätzen, wie weit sich die Folgekosten ausdehnen werden.

Die Zwischenfälle in Athens (USA), Plymouth (USA) und Ontario (Kanada) führten zu Schäden von ein bis zwei Milliarden US-Dollar.

Quelle: tagesschau.de