EEG-Umlage auf einen Blick: Zahlen, Entwicklungen, Prognosen

Entwicklung der EEG-Umlage

Statistik EEG-Umlage

EEG Konto. Entwicklung EEG Kontostand 2010 bis 2015

Zusammensetzung der EEG-Umlage, Entwicklung der Börsenstrompreise und Industrierabatte

Entwicklung der EEG-Umlage

Strompreis 2016, Zusammensetzung Strompreis

Prognosen zu Entwicklung der EEG-Umlage 2016

Obwohl 93% der Deutschen den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen, kommt beim Thema EEG-Umlage Unmut auf. Stromkunden beklagen die Höhe der Umlage, Verbraucherschützer kritisieren die ungerechte Verteilung und Industrieunternehmen warnen vor Arbeitsplatzverlusten.

Die wichtigsten Ereignisse und Zahlen des Jahres 2016
Die  EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern jeweils zum 15. Oktober für das Folgejahr bekannt geben. Zum 01. Januar 2016 ist die Umlage um 3% auf 6,35 Cent gestiegen, obwohl das EEG-Konto ein Plus von 2,52 Milliarden Euro auswies.

Die Höhe der Umlage errechnet sich aus einer Prognose der Einnahmen und Ausgaben für das kommende Jahr. Auch der Saldo des EEG-Kontos wird berücksichtigt und ein Puffer als Liquiditätsreserve [10%] eingerechnet. 2016 war das EEG-Konto das ganze Jahr über im Plus und Ende Juli vom Polster noch 3,4 Mrd. € übrig. Die Prognose der Netzbetreiber, dass der starke Zubau bei der Windenergie den Überschuss im Jahresverlauf sukzessive aufbraucht, trat nicht ein.
Der hohe Kontostand weckt jedes Jahr Begehrlichkeiten, doch statt die Verbraucher zu entlasten, wurden weitere Industriezweige durch eine Befreiung der EEG-Umlage begünstigt. Die Zahl der befreiten Unternehmen ist 2016 bereits auf 2.137 [2014: 2.098] angestiegen – die gewährten EEG-Rabatte summierten sich für das Jahr 2014 auf 4,8 Milliarden Euro. Geld, das die „nicht privilegierten“ Verbraucher aufbringen müssen.

2017 wird die EEG-Umlage weiter ansteigen. Sie erhöht sich um 0,53 Cent und wird ab 1. Januar 6,88 Cent pro Kilowattstunde betragen [2016: 6,35 Cent]. Das ist ein Zuwachs von 8,3% nach einer Steigerung von 3% in diesem Jahr.

Entwicklung der EEG-Umlage 2010 – 2017

EEG-Umlage für Haushalts- und Gewerbekunden in Deutschland

Entwicklung der EEG-Umlage
2017, EEG Umlage, Strompreise

2017 wird die EEG-Umlage weiter ansteigen. Sie erhöht sich um 0,53 Cent und wird ab 1. Januar 6,88 Cent pro Kilowattstunde betragen [2016: 6,35 Cent]. Das ist ein Zuwachs von 8,3% nach einer Steigerung von 3% in diesem Jahr. Jedes Jahr zum Stichtag 15. Oktober wird die EEG-Umlage für das Folgejahr offiziell bekannt gegeben. Die F.A.Z. nahm diese Meldung bereits am 10.10.2016 vorweg unter Berufung auf die 4 Netzbetreiber.

Zum Zeitpunkt der Berechnung der EEG-Umlage für 2017 war das EEG-Konto mit 1,9 Milliarden Euro im Plus [2015: 2,5 Mrd.]. Der Kontostand ist Teil der Gebührenkalkulation.

Die EEG-Umlage wird im Jahr 2017 mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde mehr als 36-mal so hoch sein wie zu ihrer Einführung im Jahr 2000 [0,19 Cent] und 3,4-mal so hoch wie im Jahr 2010 [2,05 Cent].

Mit der EEG-Umlage wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert. Die Betreiber von Ökostrom-Anlagen erhalten für jede eingespeiste Kilowattstunde einen gesetzlich festgelegten Betrag.

Die Höhe der EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis an der Strombörse und dem Vergütungspreis für den Strom, den die Anlagenbetreiber erhalten. Einer der größten Preistreiber der Umlage für Haushalts- und Gewerbekunden sind die gewährten Industrierabatte in Milliardenhöhe.

Prognose zur Entwicklung der EEG-Umlage 2017

Prognosen zu Entwicklung der EEG-Umlage für Haushaltskunden in Deutschland

Prognose Entwicklung EEG-Umlage 2017
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Das EEG-Konto liegt aktuell mit 3,68 Milliarden Euro im Plus. Ob deshalb die EEG-Umlage für 2017 sinken wird, bleibt abzuwarten. Die Energie-Experten der Denkfabrik Agora Energiewende gehen für das kommende Jahr von einem Anstieg aus. Nach ihren Berechnungen wird die EEG-Umlage 2017 auf 7,1 bis 7,3 Cent pro Kilowattstunde Strom klettern. Derzeit liegt sie bei 6,35 Cent und würde damit um mindestens 11,8% steigen. Hauptursache dafür seien die seit Jahren sinkenden Börsenstrompreise.

Für die Stromkunden muss sich nichts ändern. „Die Kosten für die Stromverbraucher bleiben weitgehend konstant, wenn die Stromvertriebe ehrlich rechnen und ihre gesunkenen Einkaufspreise weitergeben“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Die Zusammensetzung des Strompreises 2016

Durchschnittlicher Strompreis für Haushaltskunden in Deutschland

Strompreis 2016, Zusammensetzung Strompreis
2016, Strompreis, Zusammensetzung

Der Strompreis für private Verbraucher lag Anfang 2016 bei durchschnittlich 28,69 Cent pro Kilowattstunde und ist damit im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Das hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW] für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ermittelt.

Dieser Verbraucher-Strompreis setzt sich aus 3 Haupt-Bestandteilen zusammen:

21,3% für Stromerzeugung und Vertrieb, die der Stromanbieter erhält.
54,1% für staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen.
 24,6% für die Nutzung der Stromnetze, die der Netzbetreiber bekommt.

Die staatlichen Belastungen haben 2016 mit einem Anstieg auf 54,1% ein neues Rekordhoch erreicht [+2% zu 2015].Der größte Kostenblock ist mit 22,1% die EEG-Umlage. Steuern, Abgaben und Umlagen sind in den letzten 10 Jahren von 7,7 Cent auf 15,5 Cent gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt.

Der Anteil, den der Stromanbieter für die Stromerzeugung erhält, ist in diesem Jahr auf 21,3% gesunken. Die Kosten haben sich aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen um mehr als 3% zum Vorjahreswert verringert.

Die Netzentgelte erreichen aktuell einen Anteil von knapp 24,6%. Die Steigerung um mehr als 1% ist auf den im Rahmen der Energiewende erforderlichen Netzausbau zurückzuführen.

Erläuterungen zu den Preisbestandteilen

Stromsteuer: Teil der Ökosteuer, wurde 1999 zur Förderung klimapolitischer Ziele eingeführt, fließt jetzt aber zu einem großen Teil in die Rentenversicherung.

Umsatzsteuer: Mehrwertsteuer in Höhe von 19% auf alle Preisbestandteile, macht rechnerisch etwa 16% des Brutto-Preises aus.

EEG-Umlage: Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Der Betreiber einer Ökostrom-Anlage, z.B. Wind oder Sonne, erhält für jede eingespeiste Kilowattstunde eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die über dem Marktpreis liegt. Die EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis und dem garantierten Vergütungspreis des Stroms.

KWK-Umlage: 2002 eingeführte Umlage zur Förderung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung.

§19 NEV- Umlage: 2012 eingeführte Umlage, um die ermäßigten Netzentgelte für Industrieunternehmen zu finanzieren.

Offshore-Haftungsumlage: 2013 eingeführte und auf 0,25 Cent gedeckelte Umlage zur Finanzierung von Schadensersatzforderungen, die durch Verzögerungen und Ausfälle bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks entstehen könnten.

Konzessionsabgabe: von der Kommune erhobenes Wegerecht für den Bau und Betrieb von Leitungen.

Netznutzungsentgelte: Kosten, die vom Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms durch ihre Netze erhoben werden. Davon werden die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Instandhaltung des Stromnetzes bezahlt. Das deutsche Stromnetz hat übrigens eine Gesamtlänge von rund 1,9 Millionen Kilometern.

EEG-Umlage: Wer bezahlt wie viel?

Verteilung der EEG-Kosten nach Verbrauchergruppen

Statistik EEG-Umlage
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Seit der Jahrtausendwende zahlen private und gewerbliche Verbraucher mit der Stromrechnung die EEG-Umlage. 2017 fließen pro Kilowattstunde 6,88 Cent auf das Umlagekonto. Aber nicht jeder Stromkunde zahlt den gleichen Beitrag.

Private Haushalte verbrauchten im Jahr 2015 insgesamt 120,7 Milliarden Kilowattstunden und damit 19,2% der laut Bundesnetzagentur zur Verfügung stehenden Strommenge von 626,8 Mrd. kWh. Gemäß Berechnungen des BDEW stemmen die privaten Stromkunden jedoch 36% der EEG-Umlage. Das sind geschätzte 8,8 Mrd. € von insgesamt 24,2 Milliarden.

Dieser Mehrbetrag entsteht, weil es privilegierte Verbraucher gibt, die ganz oder teilweise von der Umlage befreit sind. Das sind Unternehmen in sogenannten energieintensiven Industrien. 2016 profitierten 2.137 Unternehmen von dieser Sonderregelung. Die begünstigte Strommenge liegt bei insgesamt 107,2 Mrd. kWh. Um den durch diese Subventionen entstehenden Fehlbetrag auf dem Umlagekonto auszugleichen, steigt die EEG-Umlage für die verbleibenden, nicht privilegierten Letztverbraucher, was einer Umverteilung der Förderkosten zulasten kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Privathaushalte bedeutet.

Das BAFA veröffentlicht die Liste der von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen [xlsx]. Eine Übersicht der monatlichen Einnahmen und Ausgaben auf dem EEG-Konto findet man auf der Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber.

 

Zusammensetzung der EEG-Umlage & Entwicklung der Einflussfaktoren

Entwicklung der Börsenstrompreise, Industrierabatte und der Ökostromproduktion

Zusammensetzung der EEG-Umlage, Entwicklung der Börsenstrompreise und Industrierabatte
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Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien [EEG] ist die Grundlage der Energiewende in Deutschland. Über die EEG-Umlage wird dieser Energieumbau finanziert. Zum Sündenbock für den inzwischen starken Anstieg der Umlage erklärt man die Anlagenbetreiber und die steigende Produktion von Ökostrom, dabei treiben Fremdkosten die Umlage in die Höhe.

Von 2010 bis 2015 hat der Ökostromanteil am deutschen Strommix um 50% zugelegt. Im selben Zeitraum hat sich die EEG-Umlage aber verdreifacht, denn die Förderung der erneuerbaren Energien macht nur noch einen kleinen Teil der EEG-Umlage aus. Vor allem Fremdkosten, wie die gefallenen Großhandelspreise an der Strombörse und die Befreiung vieler Industrieunternehmen von der Umlage treiben die Kosten nach oben.

Laut Bundesverband Erneuerbare Energien [BEE] hat die reine Ökostromförderung nur noch einen Anteil von 42% [2,61 von 6,24 Cent] an der EEG-Umlage. Der gefallene Börsenpreis verursacht 23% [1,45 Cent] und die Industrieprivilegien noch einmal 20% [1,25 Cent] Zusatzkosten. Damit steht die eigentliche Förderung der erneuerbaren Energien und der Zuwachs bei der EEG-Umlage in einem Missverhältnis.

2010 lag der Großhandelspreis für Strom an der Börse noch bei 5,82 Cent|kWh. Fünf Jahre später, bei nur noch 4,21 Cent|kWh. Der Ausgleich dieses Preisrückgang verursacht inzwischen 23% der Umlagekosten - Tendenz steigend, denn der Börsenpreis fällt 2015 weiter. Auch die Privilegien, die die Industrie genießt, haben sich seit 2010 fast verdreifacht und machen bereits ein Fünftel der Umlagekosten aus. Nach aktuellen Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle [BAFA] wurden in diesem Jahr 2.154 Unternehmen von der Umlage befreit.

Die nicht befreiten Stromverbraucher entlasteten die Unternehmen im Jahr 2014 mit 4,8 Milliarden Euro und subventionierten so die großen Industriebetriebe mit 1,25 Cent pro Kilowattstunde. Die Durchschnittsfamilie mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlte 2014 knapp 220 Euro Ökostrom-Umlage, davon entfielen rund 44 Euro auf Industrie-Rabatte.

Prognosewerte für 2015 gemäß Berechnungen des BEE: Reine Förderkosten 2,66 Cent, Rückgang Börsenstrompreis 1,83 Cent, Industrieprivileg 1,34 Cent 

Entwicklung der Komponenten

JahrEEG Umlage in Cent|kWhIn %Börsenpreis in Cent|kWhIn %Industrie-Rabatte in Mrd. EuroIn %Ökostrom in Mrd. kWhIn %
20102,0471005,821001,7100104,800100
20113,531725,38922,7159123,80118
20123,5921755,74992,7159143,90137
20135,2772585,24904,0235151,30144
20146,243054,21724,8282157,30150
20156,173013,57 *Prognose61
20166,354310

Entwicklung der EEG-Umlage & Auszahlungen an die Anlagenbetreiber

EEG-Umlage verdreifacht seit 2010, Auszahlung nur um 70% gestiegen

Entwicklung der EEG-Umlage
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Es ist ein weitverbreiteter Glaube, dass aufgrund des Solar- und Windkraft-Booms überhöhte Zahlungen an die Anlagenbetreiber geleistet werden, was wiederum die Strompreise in die Höhe schießen lässt. Auch wird argumentiert, dass die Energiewende unbezahlbar wird, wenn die Förderung von Solar- und Windanlagen weiter so unterstützt wird.

Die Umlage zur Förderung des Ökostroms [EEG-Umlage] wird oft als Preisschild für die deutsche Energiewende verwendet. Doch die tatsächliche "Förderung der erneuerbaren Energien" macht nur noch einen geringen Teil der EEG-Umlage aus. Vor allem die Befreiung vieler Industrieunternehmen von der Umlage und die gefallenen Preise für Strom an der Börse treiben die Kosten in die Höhe.

2010, als die EEG-Umlage noch 2,05 Cent/kWh betrug, wurden 13,2 Milliarden Euro an die Betreiber von Ökostromanlagen ausgezahlt [Jahresabrechnung Bundesnetzagentur]. Im Jahr 2015 wird sich der Auszahlungsbetrag um etwa 70% auf 22,9 Milliarden erhöhen. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich die Umlage, die vor allem von Privatverbrauchern und kleinen Unternehmen bezahlt wird, und lag bei 6,17 Cent/kWh. 

Die Energieexperten des Bundesverbandes Erneuerbare Energien [BEE] haben errechnet, dass der Anteil der Förderkosten für erneuerbare Energien im Jahr 2014 nur bei 42% lag [2,61 Cent von 6,24 Cent]. Der gefallene Börsenpreis verschlang 23% [1,45 Cent] und die Industrieprivilegien machten ein Fünftel der Umlagekosten [1,15 Cent] aus.

* Auszahlung an die Anlagenbetreiber in Milliarden Euro inklusive Marktprämie und Flexibilitätsprämie

Entwicklung des Guthabens auf dem EEG-Konto 2010-2015

Kontostandsverlauf mit Stichtag zum Monats- bzw. Jahresende

EEG Konto. Entwicklung EEG Kontostand 2010 bis 2015
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Seit Beginn des Jahres erreichen die Milliarden-Überschüsse auf dem EEG-Konto monatlich neue Rekordhöhen. Ende September 2015 lag das von Stromverbrauchern auf dem EEG-Konto deponierte Guthaben bei 2,521 Milliarden Euro. Für April meldeten die Netzbetreiber einen Rekord-Überschuss von 5,1 Milliarden. So viel wie noch nie, trotz Spitzenwerten bei der Ökostromerzeugung.

Das Gesamtguthaben auf dem EEG-Umlagekonto hat sich ab Mai 2015 wieder etwas reduziert, doch die Rekordeinspeisungen von Photovoltaik- und Windkraftanlagen im Sommer ließ den Überschuss nur um etwa eine Milliarde Euro sinken. In den Sommermonaten ist mit einer hohen Solarstrom-Erzeugung zu rechnen, weshalb die Ausgaben regelmäßig höher sind als die Einnahmen.

Für Stromkunden ist das hohe Plus auf dem EEG-Konto vorerst noch nicht von Vorteil. Es könnte zwar zu einer weiteren Senkung der EEG-Umlage führen, doch das wird erst Mitte Oktober von den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur bekannt gegeben. Der Saldo des EEG-Kontos wird zum Stichtag 30.September berücksichtigt und fließt in die Berechnungen ein. Der neue EEG-Umlagesatz pro Kilowattstunde gilt dann ab 01. Januar 2016.

Das Bundeswirtschaftsministerium wehrt sich gegen den Vorwurf, die EEG-Umlage im Jahr 2015 zu hoch angesetzt zu haben. Eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion beantwortet Staatssekretär Uwe Beckmeyer deutlich „Ob die EEG-Umlage für 2015 zu hoch angesetzt war, lässt sich erst beurteilen, wenn das Jahressaldo des EEG-Kontos bekannt ist.“ Die Übertragungsnetzbetreiber hätten die aktuelle Höhe der Umlage von 6,17 Cent pro Kilowattstunde auf Basis „wissenschaftlicher Gutachten“ berechnet. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter vermutet hinter der mageren Absenkung der Ökostrom-Umlage vor allem die Ungewissheit über die Summe der Industrieprivilegien für 2015.

Das EEG-Konto: Einnahmen, Ausgaben und Liquditätsreserven

Den Einnahmen auf dem EEG-Konto aus der Vermarktung des Ökostroms stehen Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Stroms gegenüber, den die Betreiber von Solar-, Wind- und Biogasanlagen als feste Vergütung erhalten [Einspeisevergütung].

Die sehr regelmäßigen Einzahlungen stammen überwiegend aus der EEG-Umlage. Die im Gegensatz dazu deutlich schwankenden Auszahlungen sind gekoppelt an die Stromerzeugungsmengen aus erneuerbaren Energien. Der Kontostand verändert sich jahreszeitlich stark abhängig von Sonne und Wind. Bei hoher PV-Einspeisung im Sommer und starkem Wind sinkt der Kontostand auch mal um 1 bis 2 Milliarden Euro.

Wegen dieser Schwankungen, gekoppelt mit einer unterschätzten Ausbaudynamik, war das Konto auch schon mehrere Monate kräftig im Minus. Das hat zu einem starken Anstieg der Umlage geführt und war Anlass für den Gesetzgeber eine Liquiditätsreserve einzuführen. Diesen Puffer dürfen die für das EEG-Konto verantwortlichen Netzbetreiber nun für das jeweilige Folgejahr einkalkulieren, um negative Kontostände zumindest abfedern. Der Puffer darf 10% der Kernumlage nicht überschreiten. Laut Tennet liegt die Liquiditätsreserve 2015 bei 2,1 Mrd. Euro.

Die Kernumlage ist die Höhe der Vergütungszahlungen an die Betreiber regenerativer Anlagen minus Erlöse aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse.