2016-07-27
EEG-Umlage 2016

EEG-Umlage auf einen Blick: Zahlen, Entwicklungen, Prognosen 2016

Entwicklung der EEG-Umlage

EEG Umlage Kosten Verteilung

EEG Konto. Entwicklung EEG Kontostand 2010 bis 2015

Zusammensetzung der EEG-Umlage, Entwicklung der Börsenstrompreise und Industrierabatte

Entwicklung der EEG-Umlage

Strompreis 2016, Zusammensetzung Strompreis

Prognosen zu Entwicklung der EEG-Umlage 2016

Obwohl 93% der Deutschen den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen, kommt beim Thema EEG-Umlage Unmut auf. Stromkunden beklagen die Höhe der Umlage, Verbraucherschützer kritisieren die ungerechte Verteilung und Industrieunternehmen warnen vor Arbeitsplatzverlusten.

Die wichtigsten Ereignisse und Zahlen des Jahres 2015
Die  EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern jeweils zum 15. Oktober für das Folgejahr bekannt geben. Sie ist zu Beginn des Jahres 2015 um 1,1% gesunken. Experten hatten mit einer deutlich höheren Absenkung gerechnet, da das EEG-Konto ein Plus von 1,38 Milliarden Euro auswies.
Ab 01.Januar 2016 wird die Umlage um 3% auf 6,35 Cent steigen, obwohl sich das Milliardenplus auf dem Guthabenkonto fast verdoppelt hat [2,52 Mrd. €].

Die Höhe der Umlage errechnet sich aus einer Prognose der Einnahmen und Ausgaben für das kommende Jahr. Auch der Saldo des EEG-Kontos wird berücksichtigt und ein Puffer als Liquiditätsreserve eingerechnet. 2015 war das EEG-Konto das ganze Jahr über im Plus. Ende September waren vom Polster noch 2,52 Mrd. € übrig. Die Prognose der Bundesregierung, dass der Überschuss im Jahresverlauf sukzessive abschmilzt, trat nicht ein, obwohl die Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen in diesem Jahr so viel Strom produzierten wie niemals zuvor.

Der hohe Kontostand weckte Begehrlichkeiten. Doch statt die Verbraucher zu entlasten, wurden weitere Industriezweige durch eine Befreiung der EEG-Umlage begünstigt. Die Zahl der befreiten Unternehmen ist bereits auf 2.154 [2014: 2.098] angestiegen und die gewährten EEG-Rabatte summierten sich für das Jahr 2014 auf 4,8 Milliarden Euro. Geld, das die „nicht privilegierten“ Verbraucher aufbringen müssen.

Die Bekanntgabe der EEG-Umlage für 2016 wurde mit Spannung erwartet. Die Energieexperten der Denkfabrik Agora Energiewende, des BEE und die Gutachter der vier Übertragungsnetzbetreiber gaben Prognosen zwischen 5,66 und 7,27 Cent je Kilowattstunde ab.

Entwicklung der EEG-Umlage 2010 – 2016

EEG-Umlage für Haushaltskunden in Deutschland

Entwicklung der EEG-Umlage
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Mit der EEG-Umlage wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert. Die Betreiber von Ökostrom-Anlagen erhalten für jede eingespeiste Kilowattstunde einen gesetzlich festgelegten Betrag.

Die Höhe der EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis an der Strombörse und dem Vergütungspreis für den Strom, den die Anlagenbetreiber erhalten.

Jedes Jahr zum Stichtag 15. Oktober wird die EEG-Umlage für das Folgejahr bekannt gegeben. 2016 wird die Umlage wieder ansteigen, nachdem sie 2015 erstmals seit ihrer Einführung leicht gesunken ist. Sie erhöht sich 2016 um 0,18 Cent und wird ab 1. Januar 6,35 Cent pro Kilowattstunde betragen [2015: 6,17 Cent]. Das ist ein Plus von 3% nach einer Reduktion von 1,13% im vergangenen Jahr.
Zum Zeitpunkt der Berechnung der EEG-Umlage für 2016 erreichte das EEG-Konto den Kontostand von 2,5 Milliarden Euro [Vorjahreswert 1,38 Mrd. Euro].

Als Gründe für den Anstieg der Umlage werden steigende Ausgaben angeführt. 2 Faktoren treiben die Kosten: Die 2015 neu ans Netz gegangenen Offshore-Windparks und die gefallenen Preise an der Strombörse.

Die EEG-Umlage wird im Jahr 2016 mit 6,35 Cent pro Kilowattstunde mehr als 33-mal so hoch sein wie zu ihrer Einführung im Jahr 2000 und dreimal so hoch wie im Jahr 2010.

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Die Zusammensetzung des Strompreises 2016

Durchschnittlicher Strompreis für Haushaltskunden in Deutschland

Strompreis 2016, Zusammensetzung Strompreis
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Der Strompreis für private Verbraucher lag Anfang 2016 bei durchschnittlich 28,69 Cent pro Kilowattstunde und ist damit im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Das hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW] für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ermittelt.

Dieser Verbraucher-Strompreis setzt sich aus 3 Haupt-Bestandteilen zusammen:

21,3% für Stromerzeugung und Vertrieb, die der Stromanbieter erhält.
54,1% für staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen.
 24,6% für die Nutzung der Stromnetze, die der Netzbetreiber bekommt.

Die staatlichen Belastungen haben 2016 mit einem Anstieg auf 54,1% ein neues Rekordhoch erreicht [+2% zu 2015].Der größte Kostenblock ist mit 22,1% die EEG-Umlage. Steuern, Abgaben und Umlagen sind in den letzten 10 Jahren von 7,7 Cent auf 15,5 Cent gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt.

Der Anteil, den der Stromanbieter für die Stromerzeugung erhält, ist in diesem Jahr auf 21,3% gesunken. Die Kosten haben sich aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen um mehr als 3% zum Vorjahreswert verringert.

Die Netzentgelte erreichen aktuell einen Anteil von knapp 24,6%. Die Steigerung um mehr als 1% ist auf den im Rahmen der Energiewende erforderlichen Netzausbau zurückzuführen.

Erläuterungen zu den Preisbestandteilen

Stromsteuer: Teil der Ökosteuer, wurde 1999 zur Förderung klimapolitischer Ziele eingeführt, fließt jetzt aber zu einem großen Teil in die Rentenversicherung.

Umsatzsteuer: Mehrwertsteuer in Höhe von 19% auf alle Preisbestandteile, macht rechnerisch etwa 16% des Brutto-Preises aus.

EEG-Umlage: Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Der Betreiber einer Ökostrom-Anlage, z.B. Wind oder Sonne, erhält für jede eingespeiste Kilowattstunde eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die über dem Marktpreis liegt. Die EEG-Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis und dem garantierten Vergütungspreis des Stroms.

KWK-Umlage: 2002 eingeführte Umlage zur Förderung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung.

§19 NEV- Umlage: 2012 eingeführte Umlage, um die ermäßigten Netzentgelte für Industrieunternehmen zu finanzieren.

Offshore-Haftungsumlage: 2013 eingeführte und auf 0,25 Cent gedeckelte Umlage zur Finanzierung von Schadensersatzforderungen, die durch Verzögerungen und Ausfälle bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks entstehen könnten.

Konzessionsabgabe: von der Kommune erhobenes Wegerecht für den Bau und Betrieb von Leitungen.

Netznutzungsentgelte: Kosten, die vom Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms durch ihre Netze erhoben werden. Davon werden die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Instandhaltung des Stromnetzes bezahlt. Das deutsche Stromnetz hat übrigens eine Gesamtlänge von rund 1,9 Millionen Kilometern.

EEG-Umlage: Wer bezahlt wie viel?

Verteilung der EEG-Kosten nach Verbrauchergruppen

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Seit der Jahrtausendwende zahlen private und gewerbliche Verbraucher mit der Stromrechnung die EEG-Umlage. 2015 flossen pro Kilowattstunde 6,17 Cent auf das Umlagekonto. Aber nicht jeder Stromkunde zahlt den gleichen Anteil.

Es gibt privilegierte Verbraucher, die ganz oder teilweise von der EEG-Umlage befreit sind. Das sind Unternehmen, die zu den sogenannten energieintensiven Industrien zählen. 2015 profitierten 2.154 Unternehmen von dieser Sonderregelung. Das durch diese Umverteilung entstandene Defizit betrug zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 4,8 Milliarden Euro für das Jahr 2014.

Um den entstehenden Fehlbetrag auf dem Umlagekonto auszugleichen, steigt die EEG-Umlage für die verbleibenden, nicht privilegierten Letztverbraucher, was einer Umverteilung der Kosten zulasten kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Privathaushalte bedeutet.

Das BAFA veröffentlicht die Liste der von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen. Eine Übersicht der monatlichen Einnahmen und Ausgaben auf dem EEG-Konto wird auf der Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht.

Anfang 2013 wurde die Ermäßigungsgrenze für stromintensive Firmen von 10 GWh auf 1 GWh Stromverbrauch pro Jahr gesenkt. Damit erhöhte sich die Zahl der begünstigten Firmen deutlich und die Einzahlungen auf das EEG-Umlagekonto fielen geringer aus, was die EEG-Umlage auf immer weniger Schultern verteilt hat.

Zusammensetzung der EEG-Umlage & Entwicklung der Einflussfaktoren

Entwicklung der Börsenstrompreise, Industrierabatte und der Ökostromproduktion

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Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien [EEG] ist die Grundlage der Energiewende in Deutschland. Über die EEG-Umlage wird dieser Energieumbau finanziert. Zum Sündenbock für den inzwischen starken Anstieg der Umlage erklärt man die Anlagenbetreiber und die steigende Produktion von Ökostrom, dabei treiben Fremdkosten die Umlage in die Höhe.

Von 2010 bis 2015 hat der Ökostromanteil am deutschen Strommix um 50% zugelegt. Im selben Zeitraum hat sich die EEG-Umlage aber verdreifacht, denn die Förderung der erneuerbaren Energien macht nur noch einen kleinen Teil der EEG-Umlage aus. Vor allem Fremdkosten, wie die gefallenen Großhandelspreise an der Strombörse und die Befreiung vieler Industrieunternehmen von der Umlage treiben die Kosten nach oben.

Laut Bundesverband Erneuerbare Energien [BEE] hat die reine Ökostromförderung nur noch einen Anteil von 42% [2,61 von 6,24 Cent] an der EEG-Umlage. Der gefallene Börsenpreis verursacht 23% [1,45 Cent] und die Industrieprivilegien noch einmal 20% [1,25 Cent] Zusatzkosten. Damit steht die eigentliche Förderung der erneuerbaren Energien und der Zuwachs bei der EEG-Umlage in einem Missverhältnis.

2010 lag der Großhandelspreis für Strom an der Börse noch bei 5,82 Cent|kWh. Fünf Jahre später, bei nur noch 4,21 Cent|kWh. Der Ausgleich dieses Preisrückgang verursacht inzwischen 23% der Umlagekosten - Tendenz steigend, denn der Börsenpreis fällt 2015 weiter. Auch die Privilegien, die die Industrie genießt, haben sich seit 2010 fast verdreifacht und machen bereits ein Fünftel der Umlagekosten aus. Nach aktuellen Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle [BAFA] wurden in diesem Jahr 2.154 Unternehmen von der Umlage befreit.

Die nicht befreiten Stromverbraucher entlasteten die Unternehmen im Jahr 2014 mit 4,8 Milliarden Euro und subventionierten so die großen Industriebetriebe mit 1,25 Cent pro Kilowattstunde. Die Durchschnittsfamilie mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlte 2014 knapp 220 Euro Ökostrom-Umlage, davon entfielen rund 44 Euro auf Industrie-Rabatte.

Prognosewerte für 2015 gemäß Berechnungen des BEE: Reine Förderkosten 2,66 Cent, Rückgang Börsenstrompreis 1,83 Cent, Industrieprivileg 1,34 Cent 

Entwicklung der Komponenten

JahrEEG Umlage in Cent|kWhIn %Börsenpreis in Cent|kWhIn %Industrie-Rabatte in Mrd. EuroIn %Ökostrom in Mrd. kWhIn %
20102,0471005,821001,7100104,800100
20113,531725,38922,7159123,80118
20123,5921755,74992,7159143,90137
20135,2772585,24904,0235151,30144
20146,243054,21724,8282157,30150
20156,173013,57 *Prognose61
20166,354310

Entwicklung der EEG-Umlage & Auszahlungen an die Anlagenbetreiber

EEG-Umlage verdreifacht seit 2010, Auszahlung nur um 70% gestiegen

Entwicklung der EEG-Umlage
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Es ist ein weitverbreiteter Glaube, dass aufgrund des Solar- und Windkraft-Booms überhöhte Zahlungen an die Anlagenbetreiber geleistet werden, was wiederum die Strompreise in die Höhe schießen lässt. Auch wird argumentiert, dass die Energiewende unbezahlbar wird, wenn die Förderung von Solar- und Windanlagen weiter so unterstützt wird.

Die Umlage zur Förderung des Ökostroms [EEG-Umlage] wird oft als Preisschild für die deutsche Energiewende verwendet. Doch die tatsächliche "Förderung der erneuerbaren Energien" macht nur noch einen geringen Teil der EEG-Umlage aus. Vor allem die Befreiung vieler Industrieunternehmen von der Umlage und die gefallenen Preise für Strom an der Börse treiben die Kosten in die Höhe.

2010, als die EEG-Umlage noch 2,05 Cent/kWh betrug, wurden 13,2 Milliarden Euro an die Betreiber von Ökostromanlagen ausgezahlt [Jahresabrechnung Bundesnetzagentur]. Im Jahr 2015 wird sich der Auszahlungsbetrag um etwa 70% auf 22,9 Milliarden erhöhen. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich die Umlage, die vor allem von Privatverbrauchern und kleinen Unternehmen bezahlt wird, und lag bei 6,17 Cent/kWh. 

Die Energieexperten des Bundesverbandes Erneuerbare Energien [BEE] haben errechnet, dass der Anteil der Förderkosten für erneuerbare Energien im Jahr 2014 nur bei 42% lag [2,61 Cent von 6,24 Cent]. Der gefallene Börsenpreis verschlang 23% [1,45 Cent] und die Industrieprivilegien machten ein Fünftel der Umlagekosten [1,15 Cent] aus.

* Auszahlung an die Anlagenbetreiber in Milliarden Euro inklusive Marktprämie und Flexibilitätsprämie

Entwicklung des Guthabens auf dem EEG-Konto 2010-2015

Kontostandsverlauf mit Stichtag zum Monats- bzw. Jahresende

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Seit Beginn des Jahres erreichen die Milliarden-Überschüsse auf dem EEG-Konto monatlich neue Rekordhöhen. Ende September 2015 lag das von Stromverbrauchern auf dem EEG-Konto deponierte Guthaben bei 2,521 Milliarden Euro. Für April meldeten die Netzbetreiber einen Rekord-Überschuss von 5,1 Milliarden. So viel wie noch nie, trotz Spitzenwerten bei der Ökostromerzeugung.

Das Gesamtguthaben auf dem EEG-Umlagekonto hat sich ab Mai 2015 wieder etwas reduziert, doch die Rekordeinspeisungen von Photovoltaik- und Windkraftanlagen im Sommer ließ den Überschuss nur um etwa eine Milliarde Euro sinken. In den Sommermonaten ist mit einer hohen Solarstrom-Erzeugung zu rechnen, weshalb die Ausgaben regelmäßig höher sind als die Einnahmen.

Für Stromkunden ist das hohe Plus auf dem EEG-Konto vorerst noch nicht von Vorteil. Es könnte zwar zu einer weiteren Senkung der EEG-Umlage führen, doch das wird erst Mitte Oktober von den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur bekannt gegeben. Der Saldo des EEG-Kontos wird zum Stichtag 30.September berücksichtigt und fließt in die Berechnungen ein. Der neue EEG-Umlagesatz pro Kilowattstunde gilt dann ab 01. Januar 2016.

Das Bundeswirtschaftsministerium wehrt sich gegen den Vorwurf, die EEG-Umlage im Jahr 2015 zu hoch angesetzt zu haben. Eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion beantwortet Staatssekretär Uwe Beckmeyer deutlich „Ob die EEG-Umlage für 2015 zu hoch angesetzt war, lässt sich erst beurteilen, wenn das Jahressaldo des EEG-Kontos bekannt ist.“ Die Übertragungsnetzbetreiber hätten die aktuelle Höhe der Umlage von 6,17 Cent pro Kilowattstunde auf Basis „wissenschaftlicher Gutachten“ berechnet. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter vermutet hinter der mageren Absenkung der Ökostrom-Umlage vor allem die Ungewissheit über die Summe der Industrieprivilegien für 2015.

Das EEG-Konto: Einnahmen, Ausgaben und Liquditätsreserven

Den Einnahmen auf dem EEG-Konto aus der Vermarktung des Ökostroms stehen Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Stroms gegenüber, den die Betreiber von Solar-, Wind- und Biogasanlagen als feste Vergütung erhalten [Einspeisevergütung].

Die sehr regelmäßigen Einzahlungen stammen überwiegend aus der EEG-Umlage. Die im Gegensatz dazu deutlich schwankenden Auszahlungen sind gekoppelt an die Stromerzeugungsmengen aus erneuerbaren Energien. Der Kontostand verändert sich jahreszeitlich stark abhängig von Sonne und Wind. Bei hoher PV-Einspeisung im Sommer und starkem Wind sinkt der Kontostand auch mal um 1 bis 2 Milliarden Euro.

Wegen dieser Schwankungen, gekoppelt mit einer unterschätzten Ausbaudynamik, war das Konto auch schon mehrere Monate kräftig im Minus. Das hat zu einem starken Anstieg der Umlage geführt und war Anlass für den Gesetzgeber eine Liquiditätsreserve einzuführen. Diesen Puffer dürfen die für das EEG-Konto verantwortlichen Netzbetreiber nun für das jeweilige Folgejahr einkalkulieren, um negative Kontostände zumindest abfedern. Der Puffer darf 10% der Kernumlage nicht überschreiten. Laut Tennet liegt die Liquiditätsreserve 2015 bei 2,1 Mrd. Euro.

Die Kernumlage ist die Höhe der Vergütungszahlungen an die Betreiber regenerativer Anlagen minus Erlöse aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse.

Entwicklung der EEG-Umlage 2010-2016

EEG-Umlage für Haushaltskunden steigt auf Rekordhoch von 6,35 Cent pro Kilowattstunde

Entwicklung der EEG-Umlage
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Die "EEG-Umlage" genannte Sonderabgabe zur Förderung des Ökostroms wird im kommenden Jahr wieder steigen. Wie die für die Festlegung zuständigen Netzbetreiber am 15. Oktober offiziell mitteilten, klettert die Abgabe für 2016 von aktuell 6,17 Cent auf den neuen Rekordwert von 6,35 Cent je Kilowattstunde (kWh). Das ist ein Anstieg von 3 Prozent und entspricht 0,18 Cent je Kilowattstunde. Der neue EEG-Umlagesatz gilt ab 01. Januar 2016.

Wenn die Versorger die Erhöhung in vollem Umfang an die Kunden weitergeben, zahlt eine Familie mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden im kommenden Jahr etwa 11 € Euro mehr. Die jährliche Belastung für alle deutschen Privathaushalte steigt dadurch um 280 Mio. Euro.

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Grundlage für die Berechnung

Grundlage für die Berechnung ist eine Erhöhung der EEG-Umlage für 2016 um 0,18 Cent/kWh netto (von 6,17 auf 6,35 Cent/kWh)
Rechenbeispiel Single:
2.000 kWh/Jahr * 0,18 Cent/kWh = 3,68 € + 19 % MwSt = 4,38 € [brutto]
Alle Privathaushalte in Deutschland: Stromverbrauch 127,875 Mrd. kWh/Jahr [Quelle: BDEW]
127,875 Mrd. kWh/Jahr * 0,18 Cent/kWh = 235,3 Mio. € + 19 % MwSt = 280 Mio. € [brutto]

Verbrauch pro JahrMehrkosten nettozzgl. MwST.
2000 kWh3,68 €4,38 €
3500 kWh6,44 €7,66 €
4250 kWh7,82 €9,31 €
5000 kWh9,20 €10,95 €
127,9 Mrd. kWh235,3 Mio €280 Mio €

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