Der Stromkunde und der Stromanbieterwechsel

Zahlen, Meinungen, Potenziale

Stromanbieter wechseln, Stromanbieterwechsel

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Strompreise, Ersparnis, Stromanbieterwechsel

Stromtarife für Verbauchergruppen, Potenziale für Stromanbieter

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Stromverträge im Vergleich, Grundversorger vs. alternativer Stromanbieter, Statistik

Stromanbieter Bewertung, Statistik über Zufriedenheit mit Strompreis, Service und Transparenz

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Deutschlands Stromkunden hatten 2015 die Wahl zwischen mehr als 1.105 Stromanbietern und knapp 13.000 Stromtarifen. Dennoch sind 40% der Deutschen mit den Strompreisen unzufrieden und jeder Sechste kennt seinen Strompreis gar nicht. 74% der Verbraucher informieren sich im Internet über Preise und Anbieter und drei Viertel wünschen sich eine individuellere Ansprache, wobei sie den Themen Online-Verfügbarkeit, erneuerbare Energien und Sorgenfreiheit noch mehr Bedeutung beimessen. Jedes Jahr wechseln Millionen Verbraucher ihren Stromanbieter [2014: 3,8 Mio]. 2015 sparte der Stromkunde dabei im Durchschnitt 279 €.

Derzeit haben die 5 größten Stromanbieter gemeinsam nur noch etwa 50% Marktanteil und können von Neuabschlüssen nicht in gleichem Umfang profitieren wie kleinere Anbieter. Wer dem Wunsch der Kunden nach Individualität entsprechen will, findet Aufschluss über die Bedürfnisse und Probleme der Stromkunden in den Daten der Bundesnetzagentur, den repräsentativen Umfragen des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers, der Marktforschungs-Institute YouGov und TNS Infratest und den Analysen des Google Such-Trends.

Stromabieterwechsel in Deutschland 2015

Westdeutsche wechseln häufiger ihren Stromanbieter als Verbraucher aus dem Osten

Stromanbieter wechseln, Stromanbieterwechsel
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Auch 2015 wechselten wieder Millionen Verbraucher den Stromanbieter. Laut Stromvergleichsportal Check24 waren westdeutsche Stromkunden dabei 15% aktiver als ostdeutsche. Am beliebtesten war der Anbieterwechsel bei Rheinland-Pfälzern. Die Wechselquote war dort fast doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt. Ebenfalls wechselaffin zeigten sich Stromkunden aus Berlin und Hamburg. Am seltensten wechselten Verbraucher aus Bremen und Mecklenburg-Vorpommern den Stromanbieter.

[Laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur wurden für das Jahr 2014 insgesamt 3.774.325 Stromanbieterwechsel registriert, davon rund 2.641.000 Wechsel außerhalb von Umzügen. Die Anzahl der Haushaltskunden, die im Rahmen eines Umzugs einen anderen Stromlieferanten als den Grundversorger gewählt haben, lag bei ca. 1.132.000. Zahlen für die Stromanbieterwechsel 2015 lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.]

Ersparnis durch den Stromabieterwechsel 2015

Stromanbieterwechsel 2015 sparte 9 % mehr als im Vorjahr

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2015 konnten Privatkunden durch den Wechsel des Stromanbieters ihre jährlichen Kosten um durchschnittlich 279 € senken. Das sind 9 % mehr als im Jahr 2014 [256 €]Die Ersparnis der Stromkunden aus den westlichen Bundesländern [281 €] war rund 13% höher als für die Kunden im Osten [245 €].

Mit durchschnittlich 326 € im Jahr sparten Rheinland- Pfälzer 2015 am meisten durch den Wechsel des Stromanbieters. Im Saarland reduzierte ein Versorgerwechsel die jährliche Stromrechnung im Schnitt um 321 €,  in Nordrhein-Westfalen um 295 €.  Am geringsten war die Ersparnis in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Dort ließen sich durchschnittlich 223 € bzw. 229 € sparen.

Familien mit einem Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden pro Jahr verringerten ihre Stromkosten durch einen Anbieterwechsel im Schnitt um 395 €. Ein Singlehaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.000 kWh sparte im Schnitt 197 €.

Stromvergleich Google Suchanfragen-Trend 2015

Suchanfragen-Trends bei Google für Begriff "Stromvergleich" von Januar - Oktober 2015

Google Suche Trend Stromvergleich
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96% aller Suchanfragen werden bei Google gestellt, weshalb das Suchinteresse ein deutlicher Indikator für die Stimmung der Verbraucher ist.

Nach Bekanntgabe des Anstiegs von EEG-Umlage und Netzentgelten für 2016 hat das Suchinteresse im Strombereich sprunghaft zugenommen. Zwar ist der Herbst traditionell die Wechselsaison, doch in diesem Jahr war das Interesse 23% höher als im Oktober letzten Jahres. 135.000 mal wurde nach dem Begriff „Stromvergleich“ gesucht - das am häufigsten verwendete Suchwort aus dem Energiebereich (Ø 110.000 |Monat).

Für gewöhnlich erreicht das Interesse der Stromkunden an einem Preisvergleich im November seinen Höhepunkt, wenn Preiserhöhungen verschickt werden oder Kündigungsfristen für Lieferverträge ablaufen. Im November 2014 waren etwas mehr als 200.000 Deutsche an einem Stromvergleich interessiert - ein Zuwachs um 83% zum Oktober. Dieser Trend zeichnet sich auch für dieses Jahr ab.

2015 war das regionale Interesse im Osten Deutschlands am größten. Der Schwerpunkt lag in Mecklenburg Vorpommern, gefolgt von Thüringen und Brandenburg. In den alten Bundesländern waren die Suchanfragen in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz am höchsten.

75,5% der Deutschen vergleichen die Strompreise mit dem Computer. Während die Suche via Tablet auf Vorjahresniveau blieb, ist ein deutlicher Anstieg [von 9,5% auf 13%] bei der mobilen Suche zu verzeichnen.

Differenzierung der Stromtarife – Klasse statt Masse

Die Wünsche des Stromkunden und Potenziale für die Stromanbieter

Stromtarife für Verbauchergruppen, Potenziale für Stromanbieter
Stromanbieter, Stromkunde, Stromtarife 2015

43% der Bundesbürger wünschen sich individuellere Kundenangebote von den Energieversorgern. Das zeigt die repräsentative Umfrage ”Marketing und IT 2015“ der Computer Sciences Corporation [CSC]. Doch nicht einmal jeder Fünfte erhält nach eigenen Angaben passgenaue Angebote.

Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest identifizierte bei den Stromkunden verschiedene Verbrauchertypen mit eigenständigen Bedürfnisprofilen. Sie empfehlen den Energieversorgern ihr Produktportfolio stärker auf die Bedürfnisse einzelner Kundengruppen auszurichten, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren und so auch die eigene Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Bei der Wahl des Stromtarifs ist der Preis für den Stromkunden noch immer das wichtigste Kriterium. Doch 43% der Entscheidungen werden durch andere Themen bestimmt, wie Online-Verfügbarkeit, Sorgenfreiheit und erneuerbare Energien.

So legen Stromkunden in den Gruppen 1 und 2 deutlich mehr Wert auf die Attraktivität des Anbieters. Der Kundentyp „weiblich, ledig, jung, umweltbewusst“ ist bereit für glaubwürdigen Ökostrom mehr zu zahlen. Stromkunden aus Gruppe 2 sind weniger preissensibel, wenn sie einen Rundum-sorglos-Tarif bekommen.

Für die Kundenkreise 3 und 4 spielt der Preis eine überdurchschnittliche Rolle. Jüngere Familien mit mittlerem Einkommen möchten alles über das Internet abwickeln und Familien mit höherem Einkommen interessieren sich stärker denn je für ihren Stromverbrauch, um die Kosten zu senken.

Die Studie "Unternehmensprofile Stromanbieter" von Research Tools zeigt, dass sich die vier großen Energieversorger EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall sehr ähnlich positionieren, was ihre Kundenstruktur betrifft. Trotz eines hohen Anteils treuer Kunden würden 14 bis 17% den Stromanbieter wechseln. Hier können alternative Anbieter durch gezielte Kombination der Tarifmerkmale die Wechselbereiten erreichen. Das wären immerhin 2,8 Millionen Haushalte.

Daten: CSCTNS InfratestResearch Tools, Destatis

Unkenntnis der monatlichen Stromkosten

Verbraucher, die nicht wissen wie viel sie im Monat für ihren Stromverbrauch zahlen

Statistik Stromkunden, Stromverbrauch Kosten
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Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers wollte von 1.000 Deutschen wissen, wie viel sie im Monat für Ihren Stromverbrauch ausgeben. Im Allgemeinen hielten sich die Befragten für gut informiert was die Energiekosten betrifft, doch jeder sechste weiß nicht, wie hoch seine eigene Stromrechnung ist. Der Informationsstand hängt hier stark vom Alter der Befragten ab.

Jeder Dritte unter 30 weiß nicht, wie viel er für seinen Strom ausgibt. Bei der Generation 60plus sind es nur 12%.

Misst man das Stromwissen nach Geschlecht, haben die Frauen die Nase vorn, denn hier kennen nur 13% Ihre Stromausgaben nicht. Bei den Männern sind es 5% mehr.

Daten: PricewaterhouseCoopers

Stromverträge privater Haushaltskunden in Deutschland

Verteilung der Grund- und Sonderverträge bei privaten Stromkunden

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In Deutschland veröffentlicht die Bundesnetzagentur jährlich im Monitoringbericht die Zahlen zu den Verträgen deutscher Stromkunden. 79% aller Haushaltskunden sind bei ihrem regionalen Grundversorger. Davon sind 34% der Verbraucher in der klassischen Grundversorgung und 45% haben einen Sondervertrag. Der Anteil der grundversorgten Kunden ist gegenüber dem Vorjahr um 3% zurückgegangen. Von einem alternativen Stromanbieter werden 21% aller privaten Stromabnehmer beliefert, Tendenz zunehmend.

Bei den Gewerbe- und Industriekunden sind 34% in einem Sondervertrag beim Grundversorger, die verbleibenden 66% haben einen Vertrag mit einem anderen Stromlieferanten.

Daten: Bundesnetzagentur

Zufriedenheit mit dem Stromanbieter

Bewertung von Strompreisen, Service und Transparenz

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Eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter 1.000 Bundesbürgern zeigt, dass 40% der Verbraucher mit den Strompreisen unzufrieden sind. Allerdings hängt das stark vom Alter der Befragten ab. Bei den 30 bis 39-Jährigen liegt die Unzufriedenheit bei 50%, bei der Generation 60plus sind es nur 33%.

Auch bei der Beurteilung von Service und Transparenz zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. So sind ältere Menschen auch hier viel zufriedener mit ihrem Stromanbieter. Verbraucher mit einem Einkommen ab 4.000 Euro sind mit Service und Betreuung ihres Versorgers am wenigsten zufrieden.

Trotz hoher Zufriedenheitswerte von durchschnittlich 76% denken mehr als die Hälfte der Befragten darüber nach, in den kommenden zwölf Monaten den Stromanbieter zu wechseln.

Daten: PricewaterhouseCoopers

Informationsquellen für Stromkunden

So informieren sich Verbraucher über Stromanbieter und Strompreise

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Drei Viertel der Verbraucher haben sich in den letzten 12 Monaten über Stromanbieter oder Strompreise informiert. Das Internet ist dabei für 74% der Befragten die wichtigste Informationsquelle. Strom-Vergleichsportale werden am häufigsten besucht (57%). Eine Ausnahme bildet ausgerechnet die Generation der "Digital Natives" mit nur 48%. Ihnen ist die Bewertung der Familie und Freunden überdurchschnittlich wichtig (37%, Gesamtdurchschnitt 22%). Soziale Medien spielen in keiner Altersgruppe eine wichtige Rolle.

Daten: PricewaterhouseCoopers

Internet Suchanfragen: Interesse an Strompreisen und Ökostrom

Suchanfragen-Trends bei Google für den deutschen Strommarkt in den letzten 12 Monaten

Trend auf dem Strommarkt, Strompreise und Ökostrom
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Bei einem Marktanteil von fast 95% ist die Entwicklung der Suchanfragen bei Google nach Begriffen aus dem Strombereich ein wichtiger Indikator für die Stimmung der Stromkunden. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Interesse allgemein um 20% abgenommen. Die rückläufige Motivation der Verbraucher kann auf Preissenkungen von etwa einem Drittel (382) der Stromanbieter um durchschnittlich 2,4% zurück geführt werden.

Für gewöhnlich werden die meisten Anfragen nach einem Anbieter- oder Preisvergleich im November gestellt, wenn Preiserhöhungen und ablaufende Kündigungsfristen den Wunsch nach einem neuen Tariff begünstigen. Zu Jahresbeginn nehmen die Anzahl der Suchanfragen erwartungsgemäß wieder ab. Das Jahrestief wird im Sommer erreicht.

In den letzten 12 Monaten kam das höchste Interesse für Strompreise aus den Bundesländern Sachsen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Die Suchanfragen zu „Ökostrom“ befinden sich zwar grundsätzlich auf niedrigerem Niveau, sind aber relativ konstant im Jahresverlauf. Die meisten Anfragen kamen aus Bayern und Berlin.

Wissen Sie was ein Smart Meter ist?

Umfrage unter 1.000 Personen zu den Themen Smart Meter und Smart Home

Smart Meter
SmartMeter, Stromverbrauch

Ja? Prima, dann gehören Sie zu den 7% der Deutschen, die das wissen.

Nein? Macht nichts, dann gehören Sie zu den 93%, die das nicht so genau wissen.

Die Zahlen hat das Beratungs-Unternehmen PriceWaterhouseCoopers ermittelt und dabei auch noch heraus gefunden, dass nur 19% der 1.000 Befragten eine Vorstellung davon haben, was ein Smart Home ist.

Damit der Anteil der Smart-Meter-Kenner steigt, hier in Kürze das Wichtigste: Ein Smart Meter, also intelligenter Zähler, ist ein digitales Messgerät für den Energieverbrauch [Strom oder Gas]. Es misst und dokumentiert den Verbrauch und wird ans Internet angeschlossen, um die erhobenen Daten an das Energieversorgungs-Unternehmen zu übertragen. Das mindert die Kosten des Energielieferanten für das Ablesen des Verbrauchs und gibt dem Kunden über eine entsprechende Software Zugang zu eben diesen Daten.

Eine unabhängige Studie im Auftrag von British Gas hat ermittelt, dass englische Smart-Meter-Haushalte nach der Anschaffung des Gerätes 6% weniger Gas und 7% weniger Strom verbrauchen haben. Schon die Beobachtung des Verbrauchs führt wohl zu einer Anpassung des Verhaltens. Wissen ist also doch Geld wert.