2016-05-28
Strompreise in Europa

Strompreise EuropaStrompreise in Europa

Aktueller Stand und Entwicklung der Strompreise für EU Haushaltskunden
Die Strompreise in Europa sind seit Jahren im Aufwärtstrend, wobei die Preise für Haushaltskunden in vielen Ländern schneller wachsen als im Rest Europas.

Das Dossier beleuchtet die Entwicklung der Strompreise für private Verbraucher bis 2015.  Die Preise für Haushaltskunden enthalten Steuern und Abgaben und wurden für einen Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden ermittelt. Alle Preisangaben sind in Euro; Quelle aller Daten ist Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union.

2015 lag der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden bei 20,8 Cent pro Kilowattstunde [Cent|kWh]. Das ist ein Anstieg um 24% seit 2010, als die Kilowattstunde noch 16,7 Cent kostete.  Die Unterschiede innerhalb Europas sind hoch und reichen für private Verbraucher von 9,4 Cent|kWh in Bulgarien bis 30,7 Cent in Dänemark.

In den letzten 10 Jahren sind die Strompreise für Verbraucher im europäischen Durchschnitt um 56% gestiegen. Die größten Veränderungen hatten die Menschen in Griechenland [157%], Großbritannien [142%] und Spanien [110%] zu bewältigen. Nur sehr leicht stiegen die Preise in den Niederlanden [0,1%].

Zwischen 2014 und 2015 stiegen die Verbraucherpreise besonders in Lettland [+20%], Bulgarien [+13%] und Großbritannien [+11%]. In einigen Ländern Europas sind die Preise 2015 aber auch gesunken. Die Spitzenplätze mit fast 15% Preisrückgang nehmen Malta und Zypern ein.

Europas Länder mit den höchsten Strompreisen

Für Haushaltskunden

 Seit vielen Jahren müssen Verbraucher in Dänemark am meisten Geld für ihren Strom ausgeben, denn dort kostet die Kilowattstunde 30,7 Cent. Den zweiten Platz des Eurostat Rankings belegt Deutschland mit 29,5 Cent|kWh. Damit ist der Strom bei den beiden Tabellenführern mehr als 3-mal so teuer wie in Bulgarien [9,4Cent]. Italien und Irland belegen Platz 3 und 4 der teuersten Länder Europas. Spanien fällt auf Platz 5, weil die Preise dort 2014 etwas nachgegeben haben.

Die Energiepreise werden von einer Reihe Faktoren beeinflusst, wie Steuern, Netzentgelten oder Kosten für den Klimaschutz. Den größten innereuropäischen Unterschied verursachen Steuern und Abgaben. Im EU-Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 32%. Doch die Werte variieren von Land zu Land und sind mit 57% in Dänemark am höchsten. In Deutschland, wo die staatlich veranlassten Preisbestandteile ebenfalls mehr als die Hälfte [52%] des Preises ausmachen, ist mit 21% die EEG-Umlage enthalten, die den Ausbau der erneuerbaren Energien ermöglicht.
Am anderen Ende der Abgaben-Skala steht Großbritannien, das mit 16% nur einen sehr niedrigen Steueraufschlag zahlt.

Stromkosten im Vergleich zum Nettoeinkommen [2014]

Die Energiepreise sind seit 2010 in fast allen Ländern Europas gestiegen. Doch neben dem Preis für die Kilowattstunde gibt es auch erhebliche Unterschiede beim Einkommen, das den Menschen zu Verfügung steht.
Haushalte in Dänemark und Deutschland bezahlen mit Abstand die höchsten Preise für Strom, während die Menschen in Bulgarien am wenigsten zahlen. Setzt man die Kosten jedoch in Relation zum Nettoeinkommen, ist Bulgarien der Ort mit dem teuersten Strom, gefolgt von Lettland und Schweden. Den im Vergleich günstigsten Strom gibt es in Luxemburg, Italien und den Niederlanden.
Ein durchschnittlicher bulgarischer 1-Personen-Haushalt gibt 3,0 % seines mageren Monatseinkommens [356 €] für die Stromrechnung aus. Das europäische Mittel liegt bei 1,9%. Im Gegensatz dazu zahlt ein luxemburgischer Single-Haushalt nur 0,7% seines Gehalts, denn er hat im Vergleich das höchste Einkommen in Europa [3.149 €] und die Energiepreise sind mit 18 Cent für die Kilowattstunde relativ niedrig.
In Deutschland liegt der Anteil mit 2% nur leicht über dem europäischen Durchschnitt.

Energiearmut ist jedoch ein europaweites Problem. Im Durchschnitt kann sich jeder Zehnte die hohen Stromkosten nicht mehr leisten.  Doch in einigen Ländern ist der Anteil einkommensschwacher Haushalte besonders hoch. Laut Eurostat kann ein Drittel der bulgarischen Bevölkerung [33%] den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. In Kroatien waren 30% und in Rumänien 29% der Haushalte mit den Stromkosten überfordert. Am anderen Ende der Scala stehen Luxemburg und Schweden mit etwas mehr als 3%. In Deutschland ist der Anteil um knapp 17% gestiegen, von 3,6% in 2013 auf 4,2% in 2014.

Daten EU Strompreise 2015

Zahlen für Haushaltskunden

LandPreis in Cent|kWhVeränderung in % seit% vom Einkommen
Haushalte201420042014
EU20,782,2144,611,9 %
Belgien21,261,3849,511,5 %
Bulgarien9,4213,2261,583,0 %
Dänemark30,680,8535,631,9 %
Deutschland29,51-1,0173,792,0 %
Estland13,02-0,38100,621,8 %
Finnland15,52-0,7043,842,1 %
Frankreich16,242,4636,011,6 %
Griechenland17,670,00163,341,9 %
Großbritannien21,210,53141,461,3 %
Irland24,260,7993,151,6 %
Italien24,50,1625,641,1 %
Kroatien13,170,3855,312,2 %
Lettland16,3519,78184,352,7 %
Litauen12,56-5,5698,732,0 %
Luxemburg17,671,6729,450,7 %
Malta12,53-14,9987,571,7 %
Niederlande19,577,477,121,1 %
Österreich20,09-0,5941,881,6 %
Polen14,441,6259,731,3 %
Portugal22,794,7868,812,1 %
Rumänien13,031,0167,271,9 %
Schweden18,51-5,9028,542,3 %
Slowakei15,06-0,0723,651,7 %
Slowenien15,89-2,5257,332,1 %
Spanien23,096,65113,991,7 %
Tschechien12,73-0,7857,742,1 %
Ungarn11,27-6,2413,612,1 %
Zypern19,57-14,5879,872,1 %
Letzte Aktualisierung der Daten: 03.12.2015
Kurzbeschreibung gemäß Eurostat Webseite: „Dieser Indikator stellt die Strompreise dar, die den Endverbrauchern in Rechnung gestellt werden. Strompreise für den Haushaltsverbrauch werden wie folgt definiert: Nationale Durchschnittspreise in Euro pro kWh inklusive angewandte Steuern und Abgaben für das erste Halbjahr eines jeden Jahres für den Haushaltsverbrauch mittlerer Größe (Verbrauch Gruppe Dc mit einem Jahresverbrauch zwischen 2500 und 5000 kWh). Bis 2007 beziehen sich die Preise jeweils zum 1. Januar eines jeden Jahres für Verbraucher mittlerer Größe (Standardverbrauch Dc mit einem Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh).“