2016-07-23
Windenergie

Windstrom Produktion 2015, Stromerzeugung aus Windkraft

Windenergie Deutschland 2015, Stromerzeugung, Investitionen, Entwicklung, Arbeitsplätze

Entwicklung der Windenergie in Deutschland

Verteilung Windenergie, Windkraft in Deutschland Karte

Stromerzeugung Deutschland 2015

Statistik Arbeitsplätze Windkraft, Erneuerbare Jobs in der Windenergie -

Windenergie in Deutschland

Deutschland hat mit 44.947 Megawatt in Europa die meiste Windleistung installiert [32%] und war auch 2015 wieder Spitzenreiter bei den Neuinstallationen [47%]. Ende des Jahres 2015 lieferten hierzulande 26.772 Windkraftanlagen etwa 13,3% des in Deutschland erzeugten Stroms. Der Wind leistete mit über 86 Terawattstunden insgesamt den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Ende 2015 waren in Deutschland pro Kopf 553 Watt Windenergie-Leistung installiert. [81,3 Mio Einwohner 2015]

Im Dossier finden Sie Infografiken mit Zahlen, Fakten und Meinungen zur Windenergie und der Wind-Branche. Die Zahlen zu Entwicklung und Ausbau stammen aus dem Jahr 2015.

Windenergie in Deutschland 2015

Zahlen, Fakten, Meinungen zur Windenergie in Deutschland [Stand 2015]

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Ende 2015 lieferten 26.772 Windkraftanlagen an Land und auf See gemeinsam 13,3% des in Deutschland erzeugten Stroms. Der Wind leistete mit 86 Terawattstunden insgesamt den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ist mit 149.200 auch der größte Arbeitgeber unter den Erneuerbaren. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland mit 10% der installierten Leistung auf Platz 3 hinter China [34%] und den USA [17%]. In Europa hat Deutschland die meiste Windenergie-Leistung installiert.

Investitionen in Windkraftanlagen

Die Windenergie war auch 2015 die investitionsstärkste Sparte, die mit Zuwächsen im Onshore- und Offshore-Bereich einen Anteil von 66,5% [9,7 Mrd. €] am gesamten EE-Investitionsvolumen von 14,5 Mrd. Euro erreichte. Obwohl 2015 das bisher zweithöchste Investitionsvolumen verzeichnet, gingen die Investitionen im Vergleich zum Rekordjahr 2014 [12,1 Mrd. €] um 20% zurück. In der Onshore-Windenergie wurden 5,2 Mrd. € investiert, Offshore betrug das Investitionsvolumen 4,5 Mrd. €.

Ausbau der Windenergie

Die Neuinstallation von Windrädern verzeichnete einen Zuwachs von 10% im Vergleich zum Vorjahr. 2015 wurden auf dem Festland 1.115 Windenergieanlagen mit einer maximalen Gesamtleistung von 3.536 MW errichtet. Offshore gingen 546 Anlagen mit einer Spitzenleistung von 2.283 MW erstmals ans Netz.

35% aller in Deutschland onshore installierten Windkraftanlagen stehen in Windparks in den beiden entwicklungsstärksten Ländern Niedersachsen[8.602 MW] und Schleswig-Holstein [5.896 MW]. Mit 23,8% führt Schleswig-Holstein - im dritten Jahr in Folge - den Bundesländervergleich hinsichtlich des Brutto-Zubaus an und verweist Nordrhein-Westfalen [11,3%] und Niedersachsen [11,1%] auf die Plätze.

Entwicklung der Windräder

Die Windtechnologie hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Der Trend zu größeren und leistungsstärkeren Windrädern setzt sich ungebrochen fort. Seit der Jahrtausendwende dominiert die 2-bis-3-Megawatt-Klasse den Markt, doch die Bedeutung der 3-bis-5-Megawatt-Klasse nimmt deutlich zu.

Im Jahr 2015 betrug die Leistung einer an Land neu installierten Windenergieanlage im Durchschnitt 2.727 kW. Das sind 144% mehr als noch im Jahr 2000 [:1.115 kW]. Der durchschnittliche Rotordurchmesser eines Windrades liegt heute mit 105 Metern 81% über dem Wert von 2000 [58 m] und auch die Nabenhöhe ist auf 123 Meter um gut 73% [71 m] gewachsen. Auf See betrug die durchschnittliche Leitung der neuinstallierten Anlage 4.145 kW. Der Rotordurchmesser offshore liegt bei knapp 120 m und die Nabenhöhe bei 89 m.

Arbeitsplätze in der Windenergie

Die deutsche Windenergie-Branche hat kräftigen Aufwind und schafft Tausende von Arbeitsplätzen. Im Jahr 2014 waren in Deutschland 149.200 Menschen in der Wind-Branche beschäftigt - 130.500 davon arbeiteten für die Windkraft an Land und 18.700 waren in der Offshore-Entwicklung tätig. Damit hat die Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr um 8% zugenommen. Die Windenergie ist mit einem Anteil von 42% der größte Arbeitgeber unter den Erneuerbaren Energien [355.400 Jobs gesamt] und einzige Kraft mit einem Zuwachs in 2014.

Quellen: Bundesverband WindEnergie e.V., Dt.WindGuard, BMWiFraunhofer, ZSW, AEE, EWEA

Ausbau der Windenergie 2010 – 2015

Gesamtleistung neu installierter Anlagen in Deutschland, On- und Offshore

Entwicklung der Windenergie in Deutschland
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2015 wurden auf dem deutschen Festland 1.115 Windenergie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.536  Megawatt [MW] installiert. Damit war 2015 das zweitbeste Jahr seit Beginn der Windenergie-Entwicklung an Land.

Offshore gingen im Verlauf des Jahres 546 Windkraft-Anlagen mit einer Spitzenleistung von 2.283 MW erstmals ans Netz. Die Leistung der Neuinstallationen auf See hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar vervierfacht. Dieser Rekordzubau beruht auf Nachholeffekten durch die verzögerte Netzanbindung. 297 der neu einspeisenden Windräder [1.340 MW] wurden bereits in den Vorjahren [2013|14] errichtet und erst 2015 in Betrieb genommen.

Gemeinsam wurden an Land und auf See im vergangenen Jahr 1.661 Windräder mit einer Leistung von 5.818 MW an das deutsche Stromnetz angeschlossen. Damit liegt der 2015 zugerechnete Gesamtzubau gut 10% über dem Vorjahresniveau.

Ende 2015 waren in Deutschland insgesamt 26.774 Windenergie-Anlagen [Land 25.982| See 792] mit einer Gesamtleistung von 44.947 MW [Land 41.652 MW|See 3.295 MW] installiert.

Die von der Deutschen WindGuard ermittelten Zahlen berücksichtigen auch die 176 installierten Repowering-Anlagen mit einer Leistung von 484 MW. Eine Repowering-Anlage ist ein Windrad für dessen Errichtung ein altes in Landkreisnähe abgebaut wurde. Auftraggeber der Studie sind: Bundesverband WindEnergie, Arbeitsgemeinschaft Offshore Windenergie, Stiftung Offshore Windenergie, Windenergie Agentur und VDMA Power Systems

Stromerzeugung aus Windkraft in Deutschland 2015

Windstromproduktion in Deutschland legt 66% zu, wichtigste Energiequelle im Dezember

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2015 war für die Windenergie ein Jahr der Rekorde. Die Windräder zwischen Nordsee und Alpen erzeugten insgesamt 85,4 Milliarden Kilowattstunden [Mrd. kWh] Strom und steigerten damit ihre Leistung um 66% im Vergleich zum Vorjahr.

Kurz vor Weihnachten sorgte zudem das Sturmtief "Bjarni" für einen neuen Windstromrekord. Die Windkraftanlagen in Deutschland lieferten am Abend des 21. Dezember circa 32,6 Mio. kW - mehr als jemals zuvor.

Der Dezember war für die Windenergie mit insgesamt 12,7 Mrd. kWh erzeugtem Strom nicht nur der ertragreichste Monat aller Zeiten, Wind wurde auch zur wichtigsten Energiequelle im Strommix und überholte erstmals die Braunkohle [11,1 Mrd. kWh].

Quelle: Fraunhofer ISE Energy Charts

Verteilung der Windenergie in Deutschland 2015

Regionale Verteilung neu installierter Windkraftanlagen, On- und Offshore

Verteilung Windenergie, Windkraft in Deutschland Karte
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In Deutschland stehen insgesamt 26.774 Windräder mit einer Gesamtleistung von 44.947 Megawatt. [MW]

Im Bundesländer-Ranking liegt Niedersachsen mit einer installierten Leistung von 8.602 MW weit vor Schleswig-Holstein 5.897 MW und Brandenburg 5.850 MW.

In den Seeregionen liegt die Nordsee mit 2.956 MW an der Spitze. In der Ostsee stehen nur 339 MW.

Regionale Verteilung nach Bundesländern

42% der an Land installierten Windkraft-Anlagen stehen im Norden Deutschlands. Hier liegen auch die beiden entwicklungsstärksten Länder: Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Gemessen an der Fläche eines Bundeslandes stehen in Schleswig-Holstein die meisten Windräder pro Quadratkilometer (km²). Dort wurden bis Ende 2015 umgerechnet 374 Kilowatt (kW) pro km² installiert. Auch bei der Zahl der Neuinstallationen liegt Schleswig Holstein vorn - im dritten Jahr in Folge. Mit 888 MW wurden im nördlichsten Bundesland 23,8% der neuen Windräder errichtet.

Eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahres-Installationen gab es in Nordrhein-Westfalen, das den zweiten Rang belegt mit der Errichtung von von 422 MW [11,3%]. Niedersachsen folgt dicht dahinter, mit einer neu installierten Leistung von 413 MW, was einem Anteil am Bundeszubau von 11,1% entspricht.

In der Mitte der Bundesrepublik stehen 44% aller Windenergieanlagen. Das entwicklungsstärkste Land ist hier Brandenburg mit einer Leistung von 5.850 MW.

In den südlichen Bundesländern befinden sich 14% der deutschen Windenergieanlagen. Rheinland-Pfalz ist hier nicht nur das entwicklungsstärkste Bundesland [2.926 MW], hier stehen mit 147 kW pro km² auch anteilig die meisten Windkrafträder.

Bundeslanddaten: Deutsche WindGuard

Strommix 2015: Stromerzeugung nach Energieträgern

Anteil der Erneuerbaren an der Bruttostromerzeugung steigt auf 30%

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2015 wird wieder ein Rekordjahr für die erneuerbaren Energien, so die Bilanz des Bundesverbandes der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft [BDEW]. Laut Hochrechnungen vom 21. Dezember haben die Erneuerbaren einen Anteil von 30% am Strommix 2015. Im Vorjahr waren es noch knapp 26% der Bruttostromerzeugung. In absoluten Zahlen erzeugen die regenerativen Energien 194,1 Milliarden Kilowattstunden [Mrd. kWh]. Insgesamt rechnet der BDEW mit einer Strommenge von 647,1 Mrd. kWh in diesem Jahr, was einer Zunahme von 3,1% entspricht.

Braunkohlekraftwerke produzierten 2015 weiterhin auf hohem Niveau, kommen aber nur noch auf rund 155,0 Mrd. kWh - 0,5% weniger als im Vorjahr. Steinkohle trägt 18,2% [118 Mrd. kWh] zum Energiemix 2015 bei.

Die Windenergie legte im Vergleich zum Vorjahr ordentlich zu [+46%] und erreicht einen Anteil an der Stromerzeugung von 13,3%. Windkraft an Land erzeugt aktuell einen Anteil von 12% am Strommix. Hinzu kommen 1,3% durch Offshore-Windenergieanlagen. 

Der Photovoltaik-Anteil steigt leicht auf 5,9%. Biomasse [einschließlich Bio-Siedlungsabfälle] geht etwas zurück auf 7,7%. Wasserkraft erzeugt ebenfalls etwas weniger Strom und sinkt auf 3%. Der Anteil der Kernkraft sink 2015 um 5,8% und liegt jetzt bei 14,1% des deutschen Strommixes. Erdgas trägt in diesem Jahr 8,8% zur Stromerzeugung bei, was einer Reduktion um 6,8% zum Vorjahr entspricht.

Bruttostromerzeugung nach Energieträgern in Deutschland 2015 [Prognose]

Energieträgerin Mrd. kWhin %Veränderung zu 2014 in %
Kernenergie91,514,1- 5,8
Braunkohle155,024,0- 0,5
Steinkohle118,018,2- 0,5
Erdgas57,08,8- 6,8
Erneuerbare194,130,0+ 19,4
davon:   
Wasser19,53,0- 0,4
Wind onshore77,912,0+ 39,3
Wind offshore8,11,3+ 458,8
Photovoltaik38,55,9+ 6,8
Biomasse44,26,8+ 2,1
Siedlungsabfälle5,70,9- 6,1
Geothermie0,1250,0+ 27,3
Sonstige Energieträger31,54,9- 3,2
Stromerzeugung [brutto] gesamt647,1100,0%+ 3,1

Arbeitsplätze in der Windenergie-Branche

Bruttobeschäftigung in Deutschland 2003 - 2013

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Der Wind leistet mit 9,1 % heute den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.  2013 stieg die Beschäftigtenquote im Windsektor um knapp 17 %, womit er auch der größte Arbeitgeber unter den Erneuerbaren ist.

Im Jahr 2013 waren in Deutschland 137.800 Menschen in der Windenergie-Branche beschäftigt - 119.000 davon arbeiteten für die Windenergie an Land und 18.800 waren in der Offshore Entwicklung tätig.
Mit wachsendem Anlagenbestand gewinnt vor allem der Bereich "Betrieb und Wartung" zunehmend an Bedeutung und machte 2013 mit 19.500 Arbeitsplätzen 14 % der Gesamtbeschäftigung aus.

Diese Zahlen ermittelte die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung 2014 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Akzeptanz von Kraftwerken in der Nachbarschaft

Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien

Statistik Zustimmung erneuerbare Energien in Deutschland - Ökostrom
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Laut einer TNS Emnid-Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) steht die Mehrheit der Deutschen regenerativen Erzeugungsanlagen auch im eigenen Wohnumfeld positiv gegenüber. Mehr als zwei Drittel der Befragten finden Solar- und Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft gut oder sehr gut. Haben die Befragten bereits Vorerfahrungen mit entsprechenden Anlagen in ihrer Nachbarschaft gemacht, steigt die Akzeptanz laut AEE. Bei den Solarparks erhöht sich die Zustimmung von 72 auf 83%, bei Windkraft von 61 auf 74% und bei Biogas von 39 auf 49%.

Im Gegensatz dazu ist die Akzeptanz gegenüber fossilen und atomaren Kraftwerken deutlich geringer. Aber auch hier steigt die Zahl der Befürworter mit dem Erfahrungswert. Bei Gaskraftwerken erhöht sich die Akzeptanz von 27 auf 35%, bei Kernkraft von 5 auf 9%. Haben die Befragten bereits Vorerfahrungen mit Kohlekraft steigt die Zustimmung sogar von 11 auf 38%.

Im Jahr 2012 befürworteten laut TNS Emnid noch 77% der Befragten (ohne Vorerfahrung) den Bau eines Solarparks im direkten Umfeld. Die Umfragewerte für Windkraftanlagen zeigen keine Veränderung, Biogas steigt um 3%. Kohlekraft hat im Vergleich zu 2012 seine gesellschaftliche Zustimmung um 3% erhöht. Atomkraft legt 2%punkte zu und erreicht so den Akzeptanzwert von 2010 - dem Jahr vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima.

English version: A power plant in your neighborhood?

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