2021 jährt sich der Tag der erneuerbaren Energien zum 25. Mal. Diesen Tag nehmen Energiewirtschaft und Technologie-Hersteller traditionell zum Anlass, Möglichkeiten und Perspektiven der Energieversorgung auf der Basis regenerativer Ressourcen zu präsentieren. Wir schauen auf das Erreichte.

Zur wichtigsten Stromquelle in nur 25 Jahren

Ein Wachstum von 6 auf 51% im Stromsektor in nur 25 Jahren ist eine gute Bilanz für die erneuerbaren Energien. Damit wurden sie 2020 zur wichtigsten Energiequelle im deutschen Strommix. Die Windenergie lieferte den größten Beitrag und festigte die Position als wichtigste deutsche Stromquelle. Die hiesigen Windräder produzierten weit mehr Strom als jede konventionelle Quelle und sogar mehr als Braun- und Steinkohle-Kraftwerke zusammen.

Seit ’95 ist viel passiert: Die jungen Technologien haben sich erfolgreich bewährt. Windenergie, Biomasse und Photovoltaik haben stark an Bedeutung gewonnen. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den Sektoren. Während der Anteil Ökostrom stark gewachsen ist, steigen die Anteile in den Bereichen Wärme [aktuell 15,2%] und Verkehr [7,3%] nur sehr langsam.

Die Erneuerbaren Energien sparten im vergangenen Jahr 227 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 ein [berechnet in CO2-Äquivalenten], was etwa 23% des gesamtdeutschen CO2-Ausstoßes entspricht. Knapp drei Viertel der vermiedenen Emissionen entfielen dabei auf den Stromsektor.

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland knapp 11 Milliarden Euro in die Errichtung neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen investiert [PDF]. Der größte Anteil entfiel dabei auf die Photovoltaik, die sich nach ihrem Einbruch vor 10 Jahren wieder dem Niveau von 2005 annähert.
Jüngstes Opfer der Politik ist die Windenergie, die 2019/2020 einen deutlichen Einbruch gegenüber früheren Jahren verzeichnen musste. Insgesamt hat sich der Investitionsbetrag in der Branche seit 2010 fast gedrittelt, als noch 27,9 Milliarden Euro in Deutschland investiert wurden.

Den sinkenden Investitionen folgte der Verlust von Arbeitsplätzen [PDF]. Vor 10 Jahren arbeiteten noch knapp 400.000 Menschen für Sonne, Wind & Co., von denen bis heute mindestens 100.000 ihren Job verloren haben. Das BMWi veröffentlicht seit 2018 keine Zahlen mehr zur Beschäftigung in den Erneuerbaren Energien in Deutschland, aber es darf von einem weiteren Verlust von mindestens 6.000 Arbeitsplätzen ausgegangen werden [1,2,3], denn die Zahl der Genehmigungen für den Bau neuer Anlagen ist ins Stocken geraten. [zum Vergleich: Im Braun-/Steinkohlesektor arbeiten deutschlandweit 18.000 Menschen].

Die Deutschen stehen hinter den Erneuerbaren

Die Bürgerenergie ist das zentrale Standbein der Energiewende. 40% der installierten Leistung ist in der Hand von Privatleuten und Landwirten. Doch die Eigentümerstruktur verändert sich stetig zugunsten größerer Investoren. Fonds und Banken erreichen bereits einen Anteil von 14%.

Die allgemeine Akzeptanz der Erneuerbaren Energien in der Bevölkerung ist hoch. Laut Umfrage der AEE unterstützen 86% der Deutschen den verstärkten Ausbau und die Nutzung der alternativen Quellen.

Im Ranking der Bundesländer sind Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg die führenden Länder im Bereich Erneuerbarer Energien. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der AEE. Bewertet wurden die politischen Anstrengungen und Erfolge der Länder bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien sowie beim damit verbundenen wirtschaftlich-technischen Wandel [Stand 2019].

Quellen: AGEE-Stat, AEE, BWE, BSW Solar, Dt.WindGuard, Fraunhofer ISE Energy-Charts, Umweltbundesamt, AEE e.V., ZSW,DIW/DLR/GWS i.A.d. BMWi