Strompreisentwicklung bis 2020: Strompreis in Deutschland

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte ist seit der Jahrtausendwende von 13,94 auf 30,43 Cent pro Kilowattstunde in 2019 gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 118% beziehungsweise 6% pro Jahr. In diesen 30,43 Cent sind die Kosten für Stromerzeugung, Transport und alle Steuern und Abgaben enthalten.

Die Steuern, Abgaben und Umlagen haben sich seit 2000 verdreifacht [von 5,19 auf 16 Cent]. Insgesamt machen die staatlichen Belastungen heute mehr als die Hälfte des Strompreises aus [52,5%]. Auf Netzentgelte entfallen fast 24,3% und die verbleibenden 23,2% bekommt der Stromanbieter für die Stromerzeugung.

Vergleichsportale melden Strompreise 2019 auf Rekordhoch

Obwohl die Umlagen 2019 gesunken sind und auch die Netzentgelte in einigen Teilen der Bundesrepublik nachgegeben haben, zogen die Energiekosten für Millionen Stromkunden erneut an. In diesem Jahr erhöhten bereits 403 Anbieter die Strompreise um durchschnittlich 5,3%. Damit stieg der Preis für eine Kilowattstunde Strom in Deutschland auf 30,43 Cent.

Auch 2020 sollen Verbraucher für ihren Strom tiefer in die Tasche greifen. Zwar hat der Strompreis im Sommer 2019 bereits ein neues Rekordhoch erreicht, doch es es wird mit einem weiteren Preisanstieg im Herbst gerechnet. Ein 3-Personen-Haushalt zahlt aktuell knapp 89 Euro für seinen Strom. Das sind 27% als noch vor 10 Jahren [69,09 Euro].

Aktueller Strompreis 2019: 30,43 Cent/kWh

Strompreisentwicklung Deutschland 10 Jahre

Jahr
Strompreis Cent/kWh
Steuern, Abgaben, Umlagen
Netz- entgelte
Strom- erzeugung
2020*31,4752,4%25,1%22,4%
201930,4352,5%24,3%23,2%
201829,4254,3%24,7%21%
201729,1655%26%19%
201628,7054%24%22%
201528,8052%23%25%
201429,1452%23%25%
201328,8450%23%27%
201225,8945%24%31%
201125,2345%23%32%
201023,6941%25%34%

Entwicklung der Strompreise 2020

EEG-Umlage steigt 2020 um 5,5%

Laut Meldung der Übertragungsnetzbetreiber erhöht sich die EEG-Umlage 2020 um 5,5% auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Geben die Versorger die Preissteigerung an Ihre Kunden weiter, werden die Strompreise 2020 weiter steigen. Ein 3-Personen-Haushalt muss mit knapp 15€ Mehrkosten rechnen [bei 3.500 kWh Stromverbrauch, Die EEG-Umlage hat einen Anteil von 21% am Strompreis.] Details zur EEG-Umlage 2020

Letzte Aktualisierung 10.12.2019

Strompreise an der Börse steigen 2020 [Prognose]

Die Kosten für die Strombeschaffung sind seit 2016 stark gestiegen und dieser Trend wird sich auch 2020 fortsetzten: Die Börsenstrompreise 2019 [Ø 48,24 €/MWh] auf dem Terminmarkt liegen um rund 13% über denen von 2018 [43,84 €/MWh] und 65% höher als 2016 [Ø 26,58 €/MWh]. Gesunken sind lediglich die Preise im Kurzfristhandel. Hier werden jedoch nur sehr geringe Strommengen gehandelt, den Tagesbedarf bei Engpässen ausgleichen sollen.
Als Grund für die erneute Verteuerung der Börsenstrompreise 2020 werden steigende CO2-Preise prognostiziert, durch die Strom aus Kohle und Gas an der Strombörse teurer wird.

Strompreiserhöhung 2020 durch Netzentgelte

Auch bei den Netzentgelten zeichnet sich für 2020 ein deutlicher Anstieg der Tarife ab. Die höchsten Mehrkosten müssen im Norden Deutschlands erwartet werden. [Schleswig Holsteine +11%, Hamburg, Mecklenburg Vorpommern 9%] Im bundesweiten Durchschnitt werden Haushalte und Gewerbe im kommenden Jahr um 6% höher belastet als 2019.
Für den klassischen 3-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3.500 kWh steigt die Jahresrechnung um 16,80 €.

Fazit Strompreisentwicklung 2020: Die Strompreise steigen

Private Haushalte müssen mit einer Strompreiserhöhung 2020 rechnen. EEG-Umlage, Netzentgelte und Einkaufspreise für Strom werden steigen. Laut den Daten, die Strom-Report vorliegen, ist mit einem Anstieg um 3,4% zu rechnen, was zu einem neuen Rekordpreis von 31,47 Cent pro Kilowattstunde führt. Ob sich der Preissprung für alle Stromkunden bereits Anfang des Jahres auf die Stromrechnungen auswirkt, ist noch unklar, denn die Versorger müssen die Strompreiserhöhung erst 6 Wochen vorher ankündigen [Stichtag 20.11.2019 für Preiserhöhung zum 01.01.2020].

Bisher haben 465 Versorger Strompreiserhöhungen für 2020 um durchschnittlich 5,7% angekündigt. 3,3 Millionen Haushalte sind betroffen. Liste der Preiserhöhungen

Viele Versorger werden vermutlich [so wie in den letzten Jahren] erst im Frühjahr erhöhen, wenn das Thema nicht mehr so medienpräsent ist und damit die Wechselsensibilität der Kunden abnimmt. Doch insgesamt steigen die Kosten aller Strompreisbestandteile und damit letztlich auch die Strompreise für die Endkunden.

Alle Details zu den steigenden Strompreiskomponenten 2020

Bei einer Strompreiserhöhung haben Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Sie können ihren aktuellen Stromvertrag während der Laufzeit kündigen und zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln.

 

* Quellen: Netzentgelte: Energiedienstleisters Enet, EEG-Umlage: Bundesnetzagentur, Börsenstrompreis: BDEW

Strompreisentwicklung in Deutschland 2019

Durchschnittlicher Strompreis für private Haushaltskunden

Strompreisentwicklung 2019
Strompreise 2019, Strompreisentwicklung 2019 2019

Obwohl die Umlagen 2019 und auch die Netzentgelte in einigen Teilen der Bundesrepublik nachgegeben haben, sind die Energiekosten für Millionen Stromkunden erneut gestiegen.

Die EEG-Umlage sank 2019 um 0,39 Cent und betrugt ab 1. Januar 6,405 Cent pro Kilowattstunde [2018: 6,792 Cent]. Das war ein Rückgang von 5,7%. Die EEG-Umlage war 2019 mit 23,1% Anteil am Strompreis der größte Kostenblock im Bereich Steuern und Umlagen. Strompreiszusammensetzung

Die KWK-Umlage ist 2019 auf 0,280 Ct/kWh gesunken. Die §19 Strom-Netzentgeltverordnung(NEV)-Umlage sank um rund 17,6% auf 0,305 Cent je KWh. Die §18 Abschaltbare-Lasten-Umlage gab um 54,5% nach und betrug Anfang 2019 nur noch 0,005 Cent je KWh.

Beim Verbraucher kam von den sinkenden Umlagen auf der Stromrechnung allerdings nicht viel an, da im die Offshore-Netzumlage aus den Netzentgelten herausgerechnet und unter dem neuen Namen Offshore-Haftungsumlage eingeführt wurde. Sie betrug vormals 0,037 Cent pro kWh und klettert mit neuem Label auf 0,416 Cent, was einer Steigerung von 1.024% entspricht.

Damit lag die Höhe der Umlagen für 2019 bei 7,411 Cent je Kilowattstunde und sankt nur um insgesamt 1,9% im Vergleich zum Vorjahr. Die Stromrechnung einer durchschnittlichen Familie [3.500 kWh|Jahr] konnte somit rein rechnerisch 5,04 € niedriger ausfallen.

Strompreisentwicklung 2019: Netzentgelte

Ein weiterer Faktor für die Preisentwicklung sind die Netzentgelte [aktueller Anteil am Strompreis 24,7%]. Im Sommer 2017 wurde zwar die Vereinheitlichung der Netzentgelte beschlossen, doch das Gesetz [NEMoG] sieht die schrittweise Anpassung erst ab 2019 bis 2023 vor. Laut Preisankündigungen der Netzbetreiber steigen die Gebühren 2019 im bundesweiten Durchschnitt um 2%. Besonders stark traffen die Preissteigerungen den Norden Deutschlands. Bremer Stromkunden zahlten 2019 knapp 18% mehr, in Schleswig-Holstein und Hamburg waren es 12% und Mecklenburg Vorpommern 9%. In einigen Bundesländern sanken die Netznutzungsgebühren entgegen dem bundesweiten Trend. Im Saarland gaben die Preise um 7% nach, in Rheinland-Pfalz 4%. Für Verbraucher in Hessen, Sachsen und Berlin sind die Netzentgelte 2019 um 2% gesunken.
 Zu den Details: Netzentgelte 2019 nach Bundesländern

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Strompreisentwicklung Deutschland 10 Jahre, 2010 bis 2019

Strompreisentwicklung und Entwicklung der Netzentgelte, Erzeugerpreise und Steuern

Strompreisentwicklung
Strompreise, Strompreisentwicklung 2019

Der Strompreis steigt seit Jahren, doch seine Bestandteile entwickeln sich dabei unterschiedlich. Den größten Kostenblock verursachen Steuern, Umlagen und Abgaben. Ihr Anteil am Strompreis ist nach dem Rekordjahr 2017 [55%] in diesem Jahr anteilig ganz leicht gesunken [52,5], doch der absolute Betrag hat sich jährlich erhöht. Im 10-Jahresverlauf ist eine Steigerung von 65% zu verzeichnen. Mussten die Stromkunden im Jahr 2010 noch 9,67 Cent pro Kilowattstunde für die staatlich veranlassten Preisbestandteile bezahlen, ist dieser Betrag mittlerweile auf 15,98 Cent gestiegen. Der am stärksten gewachsene Preisbestandteil ist dabei die EEG-Umlage. Neue Abgaben wie die §19 StromNEV-Umlage, die Offshore-Haftungsumlage und die Umlage für abschaltbare Lasten wurden in den Jahren 2012 bis 2014 eingeführt.

Seit der Jahrtausendwende haben sich die Steuern und Abgaben verdreifacht, seit Liberalisierung des Strommarktes fast vervierfacht [1998: 4,07 Cent].

Nur noch 23,2% des Strompreises und damit 7,39 Cent pro Kilowattstunde gehen an den Versorger. Diese Kosten für Strombeschaffung und Vertrieb sind in den letzten 10 Jahren um 13% gesunken. Der wachsende Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix hat zu dieser Entwicklung maßgeblich beigetragen.  2016 lag der Strompreis an der Leipziger Strombörse bei einem Rekordtief von nur 2,2 Cent pro Kilowattstunde. Das war zu diesem Zeitpunkt der niedrigste Stand seit 11 Jahren. Verbraucherschützer bemängeln die fehlende Bereitschaft der Energieversorger, die gesunkenen Beschaffungskosten an die Kunden weiterzugeben. Seit 2018 ziehen die Strompreise im Großhandel wieder an [Börsenpreise bei 4,43 Cent], was die Verbraucher mit einiger Verzögerung nun auf Ihrer Stromrechnung zu spüren bekommen.

Die Netzentgelte sind im bundesweiten Schnitt in den letzten 10 Jahren um 26% gestiegen. Sie machen aktuell ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der zweitgrößte Kostenblock auf der Stromrechnung für private Stromkunden. Die Netzentgelte in Deutschland schwanken je nach Einzugsgebiet und sind abhängig von Investitionen in den Netzausbau, die Bevölkerungsdichte und die Maßnahmen zur Stabilisierung der Netze. 2017 zahlten Haushalte in Ostdeutschland durchschnittlich 54% mehr für die Durchleitung des Stroms als Verbraucher im Westen. Ab 2019 sollen die Netzentgelte schrittweise angeglichen werden und bis 2023 dann deutschlandweit einheitlich sein. Im Zuge der Energiewende werden die Netzbetreiber jedoch enorme Investitionen in die Infrastruktur stemmen müssen und diese Kosten natürlich an die Verbraucher weitergeben.

Betrachtet man die Netzentgelte und Erzeugerpreise im Verbund, liegt der heutige Preis von 14,45 Cent auf dem Niveau von vor 20 Jahren. 1998, vor der Liberalisierung des deutschen Strommarktes, wurden für Beschaffung, Netzentgelte und Vertrieb 13,04 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. [BDEW], Berechnungsgrundlage: Haushalt mit3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch

Strompreisentwicklung: Steuern, Abgaben & Umlagen 2000-2020

Bestandteil19982000200920102011201220132014201520162017201820192020
Mehrwertsteuer2,331,923,713,784,034,134,604,654,584,604,674,704,86
Konzessionsabgabe1,661,661,661,661,661,661,661,661,661,661,661,661,66
EEG-Umlage0,080,201,312,053,533,595,286,246,176,356,886,796,46,5-6,7*
KWKG-Umlage0,130,230,130,030,000,130,180,250,450,440,350,280
§19 StromNEV-Umlage0,150,330,090,240,380,390,370,305
Offshore-Netzumlage0,250,25-0,050,04-0,030,040,416
Umlage für abschaltbare Lasten0,010,010,010,010,005
Stromsteuer1,282,052,052,052,052,052,052,052,052,052,052,05
Summe aller Steuern4,075,198,969,6711,3011,5914,2915,1314,9115,5316,0615,9715,98
Netzentgelte5,735,865,926,146,646,636,747,017,517,297,39
Stromerzeugung13,0411,738,528,168,018,167,917,387,056,265,716,207,06

Strompreisentwicklung 2000 – 2018

Strompreise für private Haushalte beim Verbrauch von 3.500 kWh|Jahr

Strompreisentwicklung 20 Jahre
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Der Strompreis für private Haushalte in Deutschland ist seit Jahren im Aufwärtstrend und hat Anfang 2018 das Rekordhoch von 29,42 Cent pro Kilowattstunde [Cent|kWh] erreicht.  Zur Jahrtausendwende lag der Strompreis in Deutschland noch bei 13,94 Cent pro Kilowattstunde und hat damit eine Steigerung von 111%, beziehungsweise 6% pro Jahr, erfahren.

Zur Jahreswende 2018 ist die EEG-Umlage leicht gesunken. Sie sank um 0,09 Cent und lag am 1. Januar bei 6,79 Cent pro Kilowattstunde, was einem Rückgang von 1,3% entspricht [2017 +8,3%]. Die Stromrechnung einer durchschnittlichen Familie [3.500 kWh|Jahr] konnte somit rein rechnerisch um maximal 3,15 € sinken.

Laut Netzbetreiber war ein weiterer Anstieg der Netzentgelte für 2018 nicht abzuwenden. Grund seien der Ausbau der Netze und Netzstabilierungsmaßnahmen. Mit 45% stiegen die Preise beim Netzbetreiber Amprion 2018 am stärksten an. Transnet BW, kündigte ab Januar 13% höhere Durchleitungsgebühren an. Tennets Preiserhöhung lag bei 9%. Die Netzentgelte im Osten Deutschlands sanken 2018 großflächig. Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz kündigte eine Reduktion um 11% an.

Doch die Kosten für den Stromversorger [Beschaffung und Vertrieb] stiegen 2018 aufgrund anziehender Großhandelspreise erstmals wieder. 50 Grundversorger haben die Strompreise bereits erhöht, darunter auch die EnBW. Bis Ende des Jahres ist mit einem weiteren Anstieg des Preisniveaus zu rechnen.

Zu Beginn der Wirtschaftskrise fielen die Einkaufspreise für Strom an der Börse deutlich und die zunehmende Menge an Strom aus erneuerbaren Energien ließ den Großhandelspreis weiter sinken. Laut Statistischem Bundesamt profitierten die Privathaushalte davon aber nur in geringem Maße.

Quelle: Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)

Strompreisentwicklung 2017

Stromkunden in ganz Deutschland hatten 2017 mit steigenden Stromkosten zu kämpfen. 430 Stromgrundversorger haben die Preise erhöht. Im Schnitt lagen die Erhöhungen bei 3,5 % und betrafen Regionen mit etwa 17 Millionen Haushalten  Liste 2017  Begründet wurde die Verteuerung mit höheren Netzentgelten und der gestiegenen EEG-Umlage.

Die Netzentgelte sind im bundesweiten Schnitt um 6,7% gestiegen. Sie machen etwa ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der größte Kostenblock auf der Stromrechnung für private Verbraucher. Die Erhöhungen fielen jedoch auch 2017 regional sehr unterschiedlich aus. In Mecklenburg-Vorpommern [+21%], Brandenburg [+20%] und Schleswig-Holstein [+18%] erreichten die Netzkosten im in diesem Jahr Spitzenwerte. Haushalte in Ostdeutschland zahlen 2017 durchschnittlich 54% mehr für die Durchleitung des Stroms als Verbraucher im Westen.
Zudem müssen alle Haushalte in diesem Jahr die um fast 8% erhöhte EEG-Umlage zahlen, die von 6,35 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde steigt. Zusätzlich wird auf Netzentgelte und EEG-Umlage noch 19% Mehrwertsteuer erhoben.

Auf der Entlastungsseite standen zwar geringere Beschaffungskosten – Anfang 2017 kostete die Kilowattstunde an der Leipziger Strombörse im Schnitt 3 Cent. Doch mit dem Anstieg der Netzentgelte und der EEG-Umlage wurden Rückgänge durch sinkende Börsenstrompreise mehr als ausgeglichen. Der durchschnittliche Strompreis für Endverbraucher hat 2017 mit 29,16 Cent wieder ein neues Rekordniveau erreichen.

Strompreisentwicklung 2016

2016 war für viele Stromkunden kein günstiges Jahr. 239 der fast 900 Grundversorgern haben die Preise um durchschnittlich rund 3 % erhöht. (Max Preiserhöhung 14,2 %). Von den Erhöhungen waren 17 Millionen Haushalte betroffen, von denen mehr als die Hälfte in Bayern und Baden-Württemberg zu Hause ist.
Von den großen Stromkonzernen erhöhte Vattenfall, zum 1. April den Strompreis in Hamburg (+ 4,9 %) und Berlin (+3,96 %). E.ON meldete Preiserhöhungen für 5 Versorgungsgebiete zwischen 2,8 % und 11,6 %. RWE hielt sich mit Strompreiserhöhungen zurück.

Obwohl der Börsenpreis für Strom kontinuierlich sank, erhöhten viele Versorger wegen gestiegener Netzentgelte und staatlicher Umlagen die Strompreise. Der Steueranteil hatte 2016 mit einem Anstieg auf 54% ein neues Rekordhoch erreicht (+2%). Der Kostenblock „Steuern, Abgaben und Umlagen“ hat sich in den letzten 10 Jahren von 7,7 Cent auf 15,5 Cent pro Kilowattstunde mehr als verdoppelt.

Wie TopTarif meldete, sind die „Preise der Grundversorgungstarife“ 2016 um durchschnittlich 1,3 % auf das Rekordniveau von 30,27 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gestiegen. Trotz dieser Preisentwicklung bezögen noch immer ein Drittel der Verbraucher Strom im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers – dem meist teuersten möglichen Tarif. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom, in dem Angebote der örtlichen Grundversorger und überregionaler Anbieter berücksichtigt werden, meldete einen Preisanstieg von 1,4 %.

PREISENTWICKLUNG Strom 2015

Gesunkene Strompreise für private Verbraucher

Für mehr als 11 Millionen Kunden sind die Strompreise 2015 um durchschnittlich 2,4 Prozent gesunken, denn nach jahrelangem Zögern haben mehr als 400 der rund 1.000 Stromanbieter die niedrigen Börsenpreise und die gesunkene EEG-Umlage an ihre Kunden weitergegeben. Der Preisrückgang war ein guter Schritt, brachte aber nur eine leichte Entlastung auf einem ohnehin sehr hohen Preisniveau. Es wurden Preiserhöhungen in der Grundversorgung gemeldet, insbesondere in den Versorgungsgebieten von EnBW, Vattenfall und E.ON.

Anfang September 2015 sank der Strompreis an der Leipziger Energiebörse EEX auf ein Rekordtief von nur 2,6 Cent pro Kilowattstunde. Das war zu diesem Zeitpunkt der niedrigste Stand seit zwölf Jahren. Dennoch wurden die gesunkenen Großhandelspreise kaum an Privatkunden weitergegeben.

Mitte Oktober 2015 wurde die Höhe der EEG-Umlage für das Folgejahr (2016) festgelegt. Obwohl auf dem EEG-Konto ein riesiges Plus von 2,5 Milliarden Euro schlummerte, kam es nicht zu Senkung der Umlage. Es wurde beschlossen, einen Liquiditätsreserve anzulegen und damit einmal mehr deutlich, wer die Kosten der Energiewende auch in Zukunft tragen soll. Vor allem Stromkunden und Steuerzahler werden zur Kasse gebeten, wenn alte Kraftwerke vom Netz gehen, die Sonne stärker scheint oder der Wind ordentlich bläst. Die energieintensiven Industrien wurden auch 2015 in wachsendem Umfang entlastet.

Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das Handelsblatt belegen, dass sich die Kosten der Energiewende für Stromkunden auf 28 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Umgerechnet auf einen Privathaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden sind das 270 Euro im Jahr für die Umsetzung der Energiewende. Diese Kosten enthalten die Förderung der erneuerbaren Energien und die dadurch verursachten Kosten des Netzausbaus.

Entwicklung der Strompreise 2014

Stromkunden mussten auch 2014 wieder mit steigenden Strompreisen leben. Gründe dafür waren die gestiegenen Stromnetzentgelte und die Erhöhung der EEG-Umlage von 5,28 auf 6,24 Cent pro kWh.  Damit setzte die Strompreisentwicklung ihren zehnjährigen Aufwärtstrend fort, in denen sich die Preise fast verdoppelt haben.

Die Preise an den Strombörsen sinken zwar seit knapp sechs Jahren – laut Statistischem Bundesamtes im letzten Jahr um rund 14 % – aber nur wenige Energieunternehmen gaben diese Preise an ihre Kunden weiter.

Wie haben sich die Strompreise für private Haushalte entwickelt?

Rund 30 % der Stromanbieter haben laut Verbraucherportal IVPefriKrvllovtxml die Tarife zum 01.01.2014 um etwa 3,5 % angehoben. Die Anbieter, die ihre Preise zum Jahreswechsel stabil gehalten haben, zogen im Laufe des Jahres im einstelligen Prozentbereich nach. Bereits zum 1. April setzten 32 Versorger die Preise im Schnitt um 4,5 % rauf. Viele Stromanbieter nutzten die Sommermonate für eine Preissteigerung, als die Kunden mit Fussball und Urlaubsplanung abgelenkt waren.

Entwicklung der Erzeuger- und Strompreise 2006 – 2014

Entwicklung der Strompreise und der Kosten für Stromerzeugung & Vertrieb

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Erzeugerpreise, Strompreise, Strompreisentwicklung, Strompreisvergleich

Die Erzeugerpreise, die 2013 noch bei 8,34 Cent pro Kilowattstunde lagen, sind in 2014 um 0,48 Cent auf 7,86 Cent gesunken und bestehen aus zwei Preisbestandteilen. Zum einen sind das die Kosten für die Stromproduktion im eigenen Kraftwerk oder für den Einkauf an der Strombörse, zum anderen die Kosten für den Vertrieb. Die genaue Kalkulation kann beim jeweiligen Stromanbieter angefordert werden.

Stromeinkauf an der Börse

Aufgrund des wachsenden Anteils der erneuerbaren Energien am Strommix sind die Börsenstrompreise am Spotmarkt in Deutschland stark gefallen (IWR). 2014 sank der Preis für die Kilowattstunde auf ein Rekordtief von durchschnittlich 3,3 Cent und machte damit kaum mehr als ein Zehntel des Verbraucherpreises aus.

Entwicklung der Strompreise und der Steuern

Entwicklung der Strompreise und der staatlich veranlassten Preisbestandteile

Statistik Entwicklung der Strompreise und der Steuern
Statistik, Steuern, Strompreise

Der Anteil der Steuern, Umlagen und Abgaben am Strompreis hat für private Verbraucher 2014 ein neues Rekordhoch erreicht. Mussten die Stromkunden vor 9 Jahren noch 7,74 Cent pro Kilowattstunde für die staatlich veranlassten Preisbestandteile bezahlen, hat sich dieser Betrag mittlerweile auf 15,26 Cent fast verdoppelt und macht für Haushaltskunden jetzt mehr als die Hälfte des Strompreises aus. Der am stärksten gewachsene Preisbestandteil ist dabei die EEG-Umlage.

Entwicklung der Strompreise und Anzahl der Stromsperren

Anstieg der Stromsperren seit 2011 um 12,7%, Sperrandrohungen für 6,3 Millionen Anschlüsse

Statistik Anzahl der Stromsperren Deutschland
Strompreise, Stromsperren

Die Zahl der Stromsperren bei privaten Haushalten ist 2015 laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur auf den Höchstwert von 359.319 Fällen gestiegen. Gemäß Stromgrundversorgungsverordnung [§19 Abs. 2 StromGVV] hat ein Stromanbieter das Recht, die Versorgung zu unterbrechen, sobald der Kunde mit mindestens 100€ in der Kreide steht. So eine Stromsperre muss vorher angemahnt und angekündigt werden. 2015 wurden Sperrungen bei einem Rückstand von durchschnittlich 119€ angedroht [2014: 121€].

6,3 Mio. Sperrandrohungen - Jeder siebte Anschluss

Von den knapp 6,3 Millionen Sperrandrohungen der Stromlieferanten gegenüber ihren Kunden führten fast 25% zu einer Beauftragung des Netzbetreibers zur Durchführung der Unterbrechung. Bei 359.319 Anschlüssen wurde der Strom letztendlich auch abgestellt. Dies entspricht einer Quote von 0,9% aller Haushaltskunden in Deutschland. Geschätzte 10% der Unterbrechungen sind auf Mehrfachsperrungen beim selben Kunden zurückzuführen. Für die Durchführung einer Sperrung berechneten die Netzbetreiber ihren Kunden durchschnittlich 49€, für die Wiederherstellung der Versorgung wurden im Schnitt 52€ in Rechnung gestellt.

Seit 2011 ist ein Anstieg bei den Stromsperren um 12,7% zu verzeichnen. Als Hauptgrund für die immer größere Zahl der Unterbrechungen wird der stark gestiegene Strompreis vermutet, der im selben Zeitraum 14,2% zugelegt hat. Seit der Jahrtausendwende haben sich die Kosten für die 40,4 Millionen deutschen Privathaushalte beinahe verdoppelt.

Strompreise zu hoch? So lange arbeiten wir für unseren Strom

Arbeiten für die Stromrechnung. Arbeitsstunden pro Jahr für den 3-Personen-Haushaltes

Strompreisentwicklung und Entwicklung des Durchschnittsgehälter in Deutschland, Energie-Statistik Arbeitsstunden
Arbeit, Entwicklung, Strompreise, Vergleich

Laut BDEW sind die Strompreise in diesem Jahr leicht zurück gegangen, doch ein 3-Personen-Haushalt zahlt derzeit monatlich noch immer 84 Euro  Vergleicht man die Strompreise im Zehnjahres-Verlauf, kann der aktuelle Rückgang die starken Strompreis-Erhöhungen der Vorjahre nicht kompensieren. Ein 3-Personen-Haushalt zahlte 2005 nur etwas über 54 € pro Monat und musste für seinen Jahresstromverbrauch durchschnittlich 56 Stunden arbeiten. 2014 musste der Stromkunde bei gleichem Verbrauch 15 Stunden mehr arbeiten, um die Stromrechnung zu begleichen.

Strompreisentwicklung vs. Lohnentwicklung

Das Durchschnittsgehalt eines Arbeitnehmers* in Deutschland im Jahr 2014 lag bei etwa 14 Euro netto pro Stunde. Das sind gut 20 Prozent mehr als noch 2005. Im selben Zeitraum sind die Stromkosten für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden aber um 55 Prozent gestiegen.

Damit sind die Strompreise fast 3 mal so stark gestiegen, wie die Nettolöhne. Ein Arbeitnehmer musste im letzten Jahr daher durchschnittlich etwas mehr als 71 Stunden arbeiten, um die Stromrechnung für seiner Familie zu bezahlen.

Die Zahl der Arbeitsstunden hat sich von 2013 auf 2014 verringert, weil die Reallöhne der Beschäftigten in Deutschland durch Lohnzuwächse und die geringe Inflation gestiegen sind. Die Preissteigerungen haben den Lohnanstieg nicht überkompensiert.

Grund für die hohen Energiekosten sind vor allem die in den letzten Jahren stark gestiegenen staatlich veranlassten Preisbestandteile wie Umlagen und Abgaben. So ist allein die EEG-Umlage von 0,69 Cent pro Kilowattstunde in 2005 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde in 2014 gestiegen.

* Bei der Berechnung eines Durchschnittsgehalts finden Branchen- oder Geschlechtsunterschiede sowie regionale Einkommensunterschiede keine Beachtung.