Strompreiserhöhung 2021: Hier steigen die Strompreise

Wird Strom 2021 wieder teuerer? Das fragen sich viele Stromkunden, denn jedes Jahr im Herbst bekommen Verbraucher Post von ihrem Stromanbieter mit den Konditionen für das nächste Abrechnungsjahr. Gute Nachrichten gibt es auch in diesem Jahr nur selten, denn die Netznutzungsentgelte werden 2021 in weiten Teilen Deutschlands für Strompreiserhöhungen sorgen.

Die Großhandelspreise an der Strombörse sind 2020 zwar durch die Corona Krise stark gesunken und auch die EEG-Umlage 2021 wird durch die Bundesregierung gedeckelt, doch dadurch wird der Anstieg nur abgefangen. Der Trend, die Mehrbelastungen beim Strom an die Kunden weiter zugeben, scheint auch in diesem Jahr wieder ungebrochen.

Bisher haben 47 Versorger Strompreiserhöhungen für 2021 um durchschnittlich 3,5 Prozent angekündigt. Damit erhöhen knapp 5% aller Stromanbieter die Preise. 1 Millionen Haushalte sind betroffen.
Die meisten Strompreiserhöhungen werden in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen durchgesetzt. Kunden mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh müssen ab 2021 mit durchschnittlich 38 Euro Mehrkosten beim Strom rechnen.

Aktuell zahlen Verbraucher in der Grundversorgung für 3500 kWh Strom 1.129 Euro. Bei den Alternativanbietern kostet die gleiche Menge im Schnitt 19 Prozent weniger. [Quelle Check24]

Liste der Strompreiserhöhungen
Details zur Strompreisentwicklung 2021
Alle Gaspreiserhöhungen 2021

Vorsicht vor versteckten Preiserhöhungen für 2021 beim Strom

Leider ist es gängige Praxis bei den Energieversorgern, Preisanpassungen in Werbeanschreiben oder E-Mail-Newslettern zu verstecken, obwohl sie damit gegen das Transparentgebot verstoßen. Das aktuellste Urteil dazu wurde vom Oberlandesgerichts Köln am 10. Juli gefällt [Az.: 6 U 304/19]. Demnach müssen Stromanbieter ausreichende Informationen zur Verfügung stellen, damit Kunden prüfen können, ob sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen wollen. Denn das steht jeden Stromkunden bei einer Stromerhöhung zu.

Die Verbraucherzentrale rät daher, die nächsten Schreiben der Versorger genau zu prüfen, ob sie eine Preisanpassung und den Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen enthalten.

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Wann kommt die nächste Strompreiserhöhung?

Änderungen bei Umlagen und Netzentgelten werden jedes Jahr im Oktober bekannt gegeben. Traditionell passen die Stromanbieter in dem Zuge auch ihre Preise an. Eine Mitteilung zur Erhöhung der Strompreise zum 01.01.2021 muss 6 Wochen vorher beim Kunden eingehen [in diesem Jahr der 19.11.2020].
Wegen der hohen Medienaufmerksamkeit zu dieser Jahreszeit, haben die großen Anbieter [Eon, EnBW, Innogy, Vattenfall]  ihre Strategie geändert und die Preisanpassungen auf die Mitte des Jahres verschoben. Bleiben Sie also das ganze Jahr über wachsam!

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Was muss in der Mitteilung zur Preisanpassung stehen?

Aus dem Preiserhöhungsschreiben muss klar hervorgehen, wann und in welchem Umfang die Preiserhöhung durchgesetzt wird. Der Stromanbieter muss ebenfalls begründen, warum die Preise erhöht werden. Die Verbraucherzentrale beobachtet seit Jahren einen besonders ärgerlichen Trend. Viele Energieversorger erhöhen die Preise stärker, als die zulässige 1:1-Erhöhung von EEG-Umlage oder Netzentgelten. „Hier wird auf dem Rücken der Kunden Kasse gemacht“, kritisiert Energieexperte Udo Sieverding.
Doch diese Zahlen und Fakten lassen sich prüfen, denn die alten und neuen Preisbestandteile müssen in der Mitteilung zur Strompreiserhöhung gegenüber gestellt werden. In den unten verlinkten Artikeln finden Sie genaue Werte zur zulässigen Preiserhöhung. Jede Preisanpassung muss auch den Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht enthalten.

Strompreiserhöhung: Sonderkündigungsrecht

Stromversorger müssen Preiserhöhungen 6 Wochen vor in Kraft treten schriftlich ankündigen. Bekommt man eine solche Nachricht, sollte man so schnell wie möglich handeln. Erhöht ein Versorger die Preise, muss er seinem Kunden rechnerisch genau darlegen, welche Preisbestandteile sich verändert haben. Soll mehr gezahlt werden, lohnt ein kostenloser Stromvergleich. 2020 konnte bei einem Wechsel zu einem Alternativversorger durchschnittlich 239 € gespart werden. [Quelle: Check24].

Generell können Kunden, die eine Strompreiserhöhung bekommen haben, von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Dabei ist es unerheblich, womit die Preiserhöhung begründet wird – so haben es das Oberlandesgericht [OLG] Düsseldorf 2016 und der Bundesgerichtshof [BGH] 2017 entschieden. Der Stromvertrag kann zu dem Zeitpunkt beendet werden, an dem die Preisanpassung wirksam werden würde [auch wenn der Vertrag generell noch eine längere Laufzeit hätte].
OLG Urteil vom 5. Juli 2016, Az. I-20 U 11/16, BGH Urteil vom 5. Juli 2017 Az. VIII ZR 163/16
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Liste der Preiserhöhungen Strom für 2021

Stromkunden müssen sich bei diesen Versorgern auf steigende Strompreise einstellen. Die Stromanbieter erhöhen die Preise für mindestens einen ihrer Tarife. Letzte Aktualisierung: 26.11.2020

Neueste Meldungen zu Preisveränderungen beim Strom:

Die Stromio GmbH – Grünwelt Energie – erhöht die Strompreise pro kWh und die laufende Grundgebühr jeweils um ca. 26 % ab dem 01.01.2021 [Tarif grünstrom classic = Arbeitspreis von 0,2890 EUR/kWh und Grundpreis von18,00 EUR/Monat] +++ Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin erhöht zum kommenden Jahr die Netzentgelte/ Die Kilowattstunde kostet im kommenden Jahr 6,47 Cent [+0,62 ct] und der Preis für den Betrieb eines klassischen Zählers steigt um 19 Cent pro Jahr. +++ Die Stadtwerke Krefeld erhöhen ab Januar 2021 den Grundpreis wegen gestiegener Netzentgelte um 35,70 Euro/Jahr [brutto] +++ Für Kunden des Hauensteiner E-Werks wird der Strom ab Januar teurer +++Der Strom wird im kommenden Jahr in Waren an der Müritz um 0,38 Cent pro Kilowattstunde teurer.

StromanbieterBundeslandPreiserhöhung
Regionalwerk BodenseeBaden-Württemberg7,3 %
ZEAG Energie AGBaden-Württemberg4,8 %
Stadtwerke Bietigheim-BissingenBaden-Württemberg3,4 %
Stadtwerke SchorndorfBaden-Württemberg3,3 %
EGT EnergievertriebBaden-Württemberg3,2 %
Stadtwerke MühlackerBaden-Württemberg3,2 %
Stadtwerke AltensteigBaden-Württemberg2,6 %
Stadtwerke BalingenBaden-Württemberg2,2 %
Elektrizitätswerk MittelbadenBaden-Württemberg1,9 %
Stadtwerke FreudenstadtBaden-Württemberg1,5 %
Stadtwerke RadolfzellBaden-Württemberg1,5 %
Stadtwerke Bad WildbadBaden-Württemberg1,2 %
Stadtwerke EmmendingenBaden-Württemberg0,9 %
Stadtwerke BalingenBaden-Württemberg2,2%
Stadtwerke WertheimBaden-Württemberg, Bayern6,4 %
EnBW OstwürttembergBaden-Württemberg, Bayern1,1 %
Stadtwerke BambergBayern7,7 %
SÜC Energie und H2OBayern3,1 %
Cramer-Mühle KGBayern1,9 %
Stadtwerke LudwigsfeldeBrandenburg2,2 %
Stadtwerke Frankfurt (Oder)Brandenburg0,6 %
StromioBundesweit26 %
Kreiswerke Main-KinzigHessen3,2 %
Stadtwerke WarenMecklenburg-Vorpommern0,38 Cent|kWh
Stadtwerke Schüttorf – EmsbürenNiedersachsen6,6 %
Stadtwerke GeorgsmarienhütteNiedersachsen2,1 %
Stadtwerke Schneverdingen-NeuenkirchenNiedersachsen1,6 %
Gemeindewerke Wickede (Ruhr)Nordrhein-Westfalen5,4 %
Bocholter Energie- und WasserversorgungNordrhein-Westfalen2,9 %
Stadtwerke DuisburgNordrhein-Westfalen2,9 %
WVG – Warsteiner VerbundgesellschaftNordrhein-Westfalen2,8 %
Stadtwerke AhausNordrhein-Westfalen2,6 %
Stadtwerke ReesNordrhein-Westfalen2,3 %
enwor – energie & wasser vor ortNordrhein-Westfalen1,7 %
SWK ENERGIENordrhein-Westfalen1,4 %
EWR RemscheidNordrhein-Westfalen1,3 %
Stadtwerke MünsterNordrhein-Westfalen1,1 %
Stadtwerke Lambrecht (Pfalz)Rheinland-Pfalz10,8 %
Stadtwerke Bad BergzabernRheinland-Pfalz4,5 %
Gemeindewerke HaßlochRheinland-Pfalz3,6 %
Abita Energie OtterbergRheinland-Pfalz3,1 %
Stadtwerke GermersheimRheinland-Pfalz2,4 %
Stadtwerke SpeyerRheinland-Pfalz2,4 %
Stadtwerke MerzigSaarland1,1 %
Stadtwerke ZittauSachsen2,1 %
Stadtwerke Lutherstadt EislebenSachsen-Anhalt1,5 %
Stadtwerke MeiningenThüringen3,8 %
Energieversorgung InselsbergThüringen2,1 %
Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-Thüringen1,2 %
Quelle: Check24, Get AG, Stromanbieter, Stromkunden, GP= Grundpreis

Die Prozentangaben zur Preisveränderung Strom 2021 beziehen sich auf den Grundversorgungstarif des jeweiligen Stromanbieters für einen Durchschnittshaushalt mit dem Jahresverbrauch von 3.500 kWh. Bei abweichendem Stromverbrauch verändernt sich die Preiserhöhung geringfügig.

Wechselbonus nicht verspielen

Für wechselwillige Stromkunden ist  es besonders wichtig zu wissen, wer zu wem gehört, denn oft zahlen Stromversorger den Wechselbonus oft nur an echte Neukunden. Für Kunden, die von einer unternehmenseigenen Marke zur anderen wechseln, gilt das häufig nicht. Vollen Artikel lesen: Stromanbieter & Marken

Informationen zur Strompreisentwicklung 2021

EEG Umlage 2021
Netzentgelte 2021 nach Bundesland
Strompreisentwicklung 2021

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